Partei der Impfgegner könnte in Landtag einziehen

Bei der Landtagswahl in Oberösterreich am 26. September könnte sich laut Expertensicht das Rennen um den zweiten Platz zwischen FPÖ und SPÖ möglicherweise doch etwas enger gestalten als erwartet. Entscheidend werde sein, wie stark die Liste der Impfskeptiker (MFG) Stimmen von der FPÖ abziehen kann. Die jüngsten Umfragen deuten auf eine überraschend gutes Abschneiden dieser Liste hin, sogar ein Landtags-Einzug scheint einem Teil der Experten nicht ganz ausgeschlossen.

Impfskeptiker kosten FPÖ stimmen

Sowohl die jüngste Umfrage des Linzer Market-Instituts (für den "Standard") als auch jene von "Ifes" (für die SPÖ) sahen die Liste "Menschen Freiheit Grundrechte Oberösterreich" (MFG OÖ) an der Vier-Prozent-Marke und damit möglicherweise über der Hürde für den Landtagseinzug. Auch eine Umfrage von Peter Hajeks unique research-Institut (für die Gratiszeitung "heute") deutete auf ein starkes Abschneiden der Impfskeptiker hin: In der Erhebung wurden "andere Parteien" mit fünf Prozent, eventuell sogar sieben Prozent ausgewiesen - möglich sei, dass davon viele Stimmen auf die MFG fallen könnten. "MFG zieht von der FPÖ ab, wobei man auch sagen muss: die knabbern überall.

"Nicht nur rechts verortet"

Signifikant bei den Freiheitlichen, aber auch bei ehemaligen Grünwählern, weil Impfskepsis nicht ausschließlich rechts verortet ist", sagte Hajek dazu. Für ziemlich ausgeschlossen hält hingegen OGM-Chef Wolfgang Bachmayer einen Einzug der Liste. "Ein bisschen knabbern wird man noch dürfen, ein paar Stimmen werden sie bekommen. Ob das ins Gewicht fallen wird, bezweifle ich." Für Hajek könnte ein gutes Abschneiden der Liste den Abstand zwischen Blau und Rot jedoch maßgeblich beeinflussen: "In diesen Kampf um Platz zwei spielt MFG eine entscheidende Rolle", sagte er.

Klarer Sieger ÖVP

Dass die ÖVP klar auf Platz eins landen wird, ist unbestritten, fraglich ist, ob sie gegenüber ihrem historischen Tiefststand von 36,4 Prozent im Jahr 2015 signifikant zulegen kann. Als bedeutsam wird die 40 Prozent-Marke angesehen: "Den Vierer zu überspringen wäre symbolträchtig", so Hajek. Auch erinnerte er daran, dass die Volkspartei 2015 unter Josef Pühringer etwas mehr als zehn Prozentpunkte verlor - und dementsprechend zulegen will. In den jüngeren Umfragen wurde die ÖVP allerdings mit Werten nur zwischen 36 und 40 Prozent ausgewiesen, auch die "Market"-Erhebung sah sie bei nur rund 38 Prozent.

Autor: APA Politik, 18.09.2021