Neun weitere Jahre Straflager für Nawalny

Putin-Gegner Alexej Nawalny wurde wegen Betrugs verurteilt, er und seine Anwälte werten die Anschuldigungen als frei erfunden.
Autor: APA Politik, 22.03.2022 um 15:39 Uhr

In einem weiteren Prozess gegen den inhaftierten Regimekritiker Alexej Nawalny hat ein russisches Gericht den 45-Jährigen zu neun Jahren Straflager unter besonders harten Haftbedingungen verurteilt. Zudem soll der bekannteste Gegner von Präsident Wladimir Putin in Russland 1,2 Millionen Rubel Strafe (10.300 Euro) zahlen Nawalny habe in der Haft Verbrechen begangen und sei somit Wiederholungstäter, so die Begründung. Der zweifache Familienvater hatte sich wegen angeblicher Veruntreuung von Geldern für seine inzwischen in Russland verbotene Anti-Korruptionsstiftung und wegen Beleidigung einer Richterin in einem früheren Verfahren verantworten müssen.

Es droht eine noch härtere Haft

Das Team des Kreml-Gegners sieht das Vorgehen der russischen Justiz als weiteren Versuch an, Nawalny mundtot zu machen. Es handle sich um ein von Putin und der Präsidialverwaltung in Moskau gesteuertes Verfahren, sagte die Sprecherin des Oppositionellen, Kira Jarmysch. "Erst hat er (Putin) versucht, Alexej zu töten, und als das scheiterte, hat er entschieden, ihn für immer im Gefängnis zu halten." Der Oppositionspolitiker hatte einen Mordanschlag mit dem chemischen Kampfstoff Nowitschok im August 2020 nur knapp überlebt. Machthaber Putin wies eine Beteiligung zurück. Die EU und die USA hatten wegen des Attentats Sanktionen gegen Russland verhängt.