Kurz-Intimus Fleischmann ist zurück

Gerald Fleischmann, Vertrauter von Sebastian Kurz, soll die strategische Medienarbeit der ÖVP übernehmen. Der offizielle Pressesprecher bleibt aber Peter Treml.
Autor: APA Politik, 23.11.2022 um 16:12 Uhr

Die ÖVP stellt ihre Kommunikation neu auf und sorgt dabei für eine Überraschung. Denn der enge Weggefährte von Altkanzler Sebastian Kurz, Gerald Fleischmann, kehrt in die Zentrale zurück und übernimmt die Leitung der Medienarbeit. Gegen ihn wird aktuell von der Wirtschafts- und Kommunikationsstaatsanwaltschaft in der Umfragen-Affäre ermittelt.

Ausbaupläne in der Medienzentrale

Die ÖVP will die Bereiche Presse sowie Social Media & Digitale Kommunikation ausbauen. In einem neuen crossmedialen Newsroom in der Lichtenfelsgasse werden künftig Pressearbeit, digitale Kommunikation und Mitgliederkommunikation gebündelt. Der 49-jährige Burgenländer Fleischmann soll vor allem die strategische Kommunikation der Partei verantworten. Pressesprecher der Volkspartei und damit Ansprechpartner für Medien bleibt Peter Treml, der diese Funktion seit September des Vorjahres ausübt. Bereichsleiterin für Social Media & Digitale Kommunikation ist seit November dieses Jahres Sophie Valtiner. Büroleiter von Generalsekretär Christian Stocker ist seit November Nikolaus Dorfstetter. Stocker freute sich in einer Aussendung über die Neuaufstellung. Fleischmann sei ein "absoluter Vollprofi" und genauso wie Valtiner und Dorfstetter ein Gewinn für die Volkspartei. Mit seiner langjährigen Erfahrung werde er die Kommunikation der Volkspartei auf neue Beine stellen.

Ehemaliger Kabinettchef-Stellvertreter

Fleischmann war für die Volkspartei schon auf verschiedensten Ebenen tätig, unter anderem als Pressesprecher der niederösterreichischen ÖVP und ab 2007 der Bundespartei. Später war er unter Justizministerin Claudia Bandion-Ortner tätig, ehe er zu Sebastian Kurz ins Integrationsstaatssekretariat wechselte. Ihn begleitete Fleischmann bis ins Kanzleramt, wo er unter anderem stellvertretender Kabinettschef und Medienbeauftragter war. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er als Moderator der praktisch täglichen Pressekonferenzen zu Beginn der Coronakrise bekannt.