Selenskyi an Bewohner von Cherson: Verlasst die Stadt!

Wegen der schlimmen Zustände im befreiten Cherson hat die Regierung die Bewohner aufgerufen, in "sicherere Regionen" umzuziehen.
Autor: APA Politik, 22.11.2022 um 09:35 Uhr

Vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen sollten den Winter in Gebieten mit besserer Infrastruktur verbringen, erklärte Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk. Allerdings ist die Lage derzeit auch in anderen Gebieten der Ukraine schwierig, so Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Versorgung zusammengebrochen

Cherson war rund acht Monate unter russischer Besatzung, bevor es am 11. November von den ukrainischen Streitkräften zurückerobert wurde. Die Zerstörungen in der südukrainischen Stadt sind enorm, Strom- und Wasserversorgung sind größtenteils zusammengebrochen.

Auch in den anderen Regionen des Landes ist das Stromnetz aufgrund der massiven und gezielten russischen Angriffe schwer beschädigt. Selenskyi in seiner nächtlichen Videoansprache:

Heute Abend ist die Lage in Kiew und Umgebung sowie in Winnyzja, Sumy, Ternopil, Tscherkassy, Odessa und einigen anderen Städten und Bezirken besonders schwierig.

Er rief regionale und kommunale Verwaltungen auf, die Bürger weiter zum Stromsparen anzuhalten. Auch im öffentlichen Raum müsse Strom gespart werden. Der Verbrauch übersteige nämlich weiterhin die Produktion.

Ausfälle bis Ende März

Der Chef des Stromversorgers Jasno, Serhij Kowalenko, sagte, dass sich die Menschen noch bis Ende März auf Stromabschaltungen gefasst machen müssen. "Auch wenn es jetzt weniger Ausfälle gibt, möchte ich, dass jeder versteht: Wahrscheinlich werden die Ukrainer mindestens bis Ende März mit Ausfällen leben müssen", schrieb Kowalenko auf Twitter.

Lebensgefährlicher Winter

Die Weltgesundheitsorganisation hatte gewarnt, dass der Winter "für Millionen von Menschen in der Ukraine lebensbedrohlich sein" werde. WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, in Kiew:

Einfach ausgedrückt: In diesem Winter wird es ums Überleben gehen.