"Politische Drecksarbeit": Kickl rechnet nach Jenewein-Drama ab

Rundumschlag: Nach den Gerüchten der letzten Tage platzt Kickl jetzt endgültig der Kragen.
Autor: Stefanie Hermann, 09.08.2022 um 07:56 Uhr

Wie am Sonntag bekannt wurde, soll der ehemalige FPÖ-Abgeordnete Hans-Jörg Jenewein versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Vorausgegangen waren der Verzweiflungstat heftige Unruhen in der FPÖ. Erst vor wenigen Tagen wurde öffentlich, dass Jenewein sensible Gespräche rund um die dubiosen Vereinsstrukturen der FPÖ aufgezeichnet hat. Auch dürfte er eine anonyme Anzeige gegen seine Partei eingebracht haben.

Wüste Spekulationen um Hintergründe

Die Causa hat in diversen Medien wüste Spekulationen zum Zustand der Partei ausgelöst. Besonders heftig unter Beschuss geriet dabei FPÖ-Chef Herbert Kickl, der sich in den vergangenen Wochen auffallend still verhalten hatte. Jetzt hat sich der sich der blaue Bundesparteiobmann erstmals öffentlich via Facebook zu Wort gemeldet.

Mitgefühl mit Jeneweins Familie

"Mein Mitgefühl und meine Gedanken sind in diesen Stunden bei Hans-Jörg Jenewein und bei seiner Familie. Gemeinsam mit ganz vielen Menschen wünsche ich ihm eine rasche und vollständige körperliche und seelische Genesung", so Kickl via Facebook. Im Anschluss an die Genesungswünsche folgt die Abrechnung.

Herbert Kickl zur aktuellen Situation

Mein Mitgefühl und meine Gedanken sind in diesen Stunden bei Hans-Jörg Jenewein und bei seiner Familie. Gemeinsam mit ganz vielen Menschen wünsche ich ihm eine rasche und vollständige körperliche und seelische Genesung. Nicht erst in den letzten Tagen frage ich mich: Wo ist eigentlich das journalistische Ehrgefühl? Wo ist das Verantwortungsbewusstsein? Und wo ist die Fähigkeit zur soliden Recherche bei so manchem Vertreter der vierten Gewalt geblieben? Und gerade in diesen Stunden drängen sich diese Fragen noch mehr auf als sie das sonst tun. Ich kann nur an die Medien appellieren, zur Sachlichkeit zurückzukehren. Hier meine persönliche Botschaft zur aktuellen Situation.

Gepostet von Herbert Kickl am Montag, 8. August 2022

"Politische Drecksarbeit"

In der Berichterstattung sieht er nicht nur mangelnde Sensibilität und Schutz der Persönlichkeitsrechte. Kickl nützt die Gelegenheit, um zum Rundumschlag gegen die Medien auszuholen. Bei einigen Medien ortet er "politische Drecksarbeit gegen die FPÖ." Unterstellungen, Mutmaßungen und Verdächtigungen wären an der Tagesordnung und hätten den sauberen Faktencheck abgelöst. Journalisten unterstellte er in der Videobotschaft offen, ihre Quellen unter Berufung aufs Redaktionsgeheimnis frei zu erfinden.

Kickl zweifelt Glaubwürdigkeit an

So frage er sich, warum immer nur anonyme Quellen sowie Insider genannt würden: "Warum stehen diese Leute eigentlich alle nicht zu ihren Behauptungen? Oder, und auch das ist denkbar: Gibt es diese Quellen in Wirklichkeit gar nicht?" Die Glaubwürdigkeit der vierten Gewalt im Staat sehe er aufgrund der "Corona-Propaganda" ohnehin schon stark geschädigt.

Sie brauchen Hilfe?

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinden oder von Suizid-Gedanken betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge unter der Telefonnummer 142. Weitere Hilfsangebote finden  Sie unter www.suizid-praevention.gv.at