Kickl: Freiheitlicher Landeshauptmann war Wohltat

Erwin Angerer ist am Samstagnachmittag beim Landesparteitag der FPÖ Kärnten auf Burg Taggenbrunn bei St. Veit an der Glan zum neuen Landesparteiobmann gewählt worden. Der Nationalratsabgeordnete erhielt 95,75 Prozent der Stimmen. 293 der insgesamt 308 abgegebenen Stimmen entfielen auf ihn. 

Große Fußstapfen

"Es ist mir bewusst, dass ich in große Fußstapfen trete, ich nehme demutsvoll an", sagte Angerer. Zuvor hatten er und auch FPÖ-Chef Herbert Kickl scharfe Attacken gegen die Regierungen auf Bundes- und Landesebene geritten, in ihren Reden aber immer wieder auch an Jörg Haider erinnert. Während sich Angerer am Rednerpult gemäßigt gab, holte Kickl zum pointengespickten Rundumschlag gegen Parteien und Medien aus.

Freiheitlicher Konkurrent

In Kärnten werde "auf Landesebene eine blutleere Politik gemacht, es herrscht eine Schlafwagenmentalität", wetterte Kickl. Früher habe man immer gewartet, was Haider zu einem Thema sagt: "Und heute weiß man nicht einmal mehr, wo Klagenfurt liegt und wo Kärnten liegt." Die FPÖ solle in der Bundespolitik wieder eine "ganz dynamische Rolle"spielen. Bundespräsident Alexander Van der Bellen wolle man bei der nächsten Wahl, falls er antreten sollte, keinen Durchmarsch ermöglichen. "Er wird einen ordentlichen freiheitlichen Konkurrenten bekommen", so Kickl.

Kärntner Erfolgsgeschichte

In Kärnten seien die größten Erfolgsgeschichten geschrieben worden, "das war kein Zufall, sondern freiheitliche Politik", sagte der gebürtige Kärntner Kickl. Der erste freiheitliche Landeshauptmann in Kärnten sei eine "Wohltat für ganz Österreich" gewesen. Zuvor seien die Freiheitlichen schon als größenwahnsinnig bezeichnet worden.

Er habe Asylheime zugesperrt, nun würden sie wieder aufgesperrt, so Kickl mit Blick auf seine Zeit als Innenminister. Das Thema Corona riss Kickl ganz zum Schluss an: "Wer mit der Freiheit auf Kriegsfuß ist, ist auch mit der Wahrheit auf Kriegsfuß - und hat dann auch mit der Demokratie ein Problem." Angerer hatte zuvor gegen die SPÖ-geführte Kärntner Landesregierung ausgeteilt: "In Kärnten regiert der Kaiser mit seinen Hofdamen." Haider hätte die Landesregierung als Anlaufstelle für die Kärntner geöffnet, nun sei sie wieder geschlossen.

Autor: APA Politik, 02.10.2021