Italien: fünf Regionen im Dürre-Notstand

Die italienische Regierung hat in fünf nördlichen Regionen den Ausnahmezustand beschlossen.
Autor: APA Politik, 05.07.2022 um 09:36 Uhr

Die italienische Regierung um Premier Mario Draghi hat am Montagabend den Ausnahmezustand wegen der Wasserknappheit in fünf norditalienischen Regionen ausgerufen. 35 Millionen Euro zur Eingrenzung der negativen Auswirkungen der seit Monaten anhaltenden Dürre werden für die Regionen Piemont, Lombardei, Venetien, Friaul Julisch Venetien und Emilia Romagna locker gemacht, wie es nach einer Ministerratssitzung hieß.

270.000 Landwirtschaftsbetriebe betroffen

Den größten Betrag - 10,9 Millionen Euro - erhält die Region Emilia Romagna, in der sich die Mündung des Flusses Po befindet. Vor allem Norditalien erlebt derzeit heftige Trockenheit. Wegen der anhaltenden Wasserknappheit könnte der Ausnahmezustand bald auch in den mittelitalienischen Regionen Toskana, Umbrien und Latium beantragt werden. Nach Angaben des Bauernverbands Coldiretti befinden sich 270.000 Landwirtschaftsbetriebe in den von der Dürre betroffenen Regionen.

Der Po versalzt an der Mündung

Der Wasserstand im Fluss Po - der längste Strom Italiens - ging so weit zurück, dass an der Meermündung Salzwasser kilometerweit in das Flussbett drang. Der Pegel ist an manchen Stellen so niedrig wie seit 70 Jahren nicht mehr. Große Seen wie etwa der Gardasee führen deutlich weniger Wasser als normalerweise zu dieser Jahreszeit. Städte wie Pisa und Verona schränkten unlängst die Wassernutzung ein. Venedig und Mailand drehten einen Teil der Brunnen ab.