Herbert Kickl: „Selbshilfegruppe ÖVP“

Sein „politisches Referat“ eröffnete Kickl mit einem Auftrag an Landesparteiobmann Mario Kunasek. Dieser sei nicht nur der „beste Verteidigungsminister aller Zeiten“ gewesen, sondern soll auch der „beste Landeshauptmann werden, den die Steiermark je gesehen hat.“

„Politische Restlverwertung“

Die ÖVP versuche sich auf ihrem Prarteitag, wie eine Schlange, sich aus ihrem türkisen „Gwandl“ zu schälen. Kickl forderte einen Kurswechsel: „Wir müssen weg von dieser Politik der Bevormundung, die die Menschen behandelt wie unmündige ,Tschopperl'“, so Kickl. Einen Kurswechsel forderte Kickl auch in Sachen Neutralität. Man müsse beide Seiten verstehen, aber auch beide Seiten kritisieren. Er selbst sei „kein Putinversteher“. Der außenpolitische Antrieb der Regierung sei es, „Bussi-Bussi-Fotos“ mit den „Klitschkos und Von der Leyens dieser Welt“ zu machen.

Wir sind bereits innerhalb der Schwankungsbreite zur ÖVP – FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl in Graz.

Villacher Fasching in der Stadthalle

Die Ansprache von Kickl erinnerte an eine Faschingssitzung: Politische Forderungen wechselten sich mit Witzeleien über die politische Konkurrenz ab. Neben der Kritik an ÖVP, SPÖ und den Grünen, sorgte Kickl mit einem Seitenhieb auf NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger für Gelächter unter den Delegierten. Diese habe mittlerweile „mehr Haare auf den Zähnen, als auf dem Kopf.“ Kickl erneurte seinen Führungsanspruch. „Wir sind bereits innerhalb der Schwankungsbreite zur ÖVP“, so Kickl. Die SPÖ sieht der Bundesparteiobmann in Schlagdistanz. Im persönlichen Duell mit Pamela Rendi-Wagner sieht sich Kickl klar im Vorteil.

Autor: Patrick Deutsch, 14.05.2022