Gräber in einem Wald bei Isjum entdeckt

In der ostukrainischen Stadt Isjum sind nach Abzug der russischen Armee in einem Wald hunderte Leichen gefunden worden.
Autor: APA Politik, 16.09.2022 um 09:32 Uhr

Nach dem Abzug russischer Truppen sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nahe der ostukrainischen Stadt Isjum massenhaft Gräber gefunden worden. "Russland hinterlässt überall Tod und muss dafür verantwortlich gemacht werden", sagte Selenskyj am Donnerstag in einer Videoansprache, ohne weitere Details zu nennen. Ein leitender Polizeibeamter berichtete von einem Fund von mehr als 440 Leichen in einem Wald, die Suche nach weiteren Toten läuft.

Vergleich mit Butscha und Mariupol

Der ukrainische Präsident gab Russland die Schuld an den Toten und verglich die Entdeckung der Toten mit den Ereignissen im Februar in Butscha, einem Vorort der Hauptstadt Kiew. "Butscha, Mariupol und jetzt leider auch Isjum: Russland hinterlässt überall Tod und muss sich dafür verantworten. Die Welt muss Russland zur echten Verantwortung für diesen Krieg ziehen", forderte der Staatschef, der Isjum am Mittwoch besucht hatte.

Minen gefährden Bergung

Unterdessen begann die Suche nach weiteren Leichen. Die Suche werde durch Minen erschwert, sagte der ukrainische Vermisstenbeauftragte Oleh Kotenko der Agentur Unian. Dennoch werde jede Anstrengung unternommen - insbesondere auch, um die Körper gefallener Soldaten an ihre Familien übergeben zu können: "Wir setzen die Arbeit fort (...), damit die Familien die Soldaten, die für die Ukraine gestorben sind, so schnell wie möglich angemessen ehren können", erklärte Kotenko.