Gerald Grosz kandidiert für die Hofburg

"Ja, ich will" - der frühere BZÖ-Politiker Gerald Grosz will Bundespräsident werden. Grosz sieht sich als Anwalt der schweigenden Mehrheit der Bevölkerung.
Autor: APA Politik, 21.06.2022 um 10:30 Uhr

Gerald Grosz will nun definitiv für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren. In einem in sozialen Medien veröffentlichten Video verkündete der frühere BZÖ-Politiker am Dienstag in pathetischem Ton: "Liebe Österreicherinnen und Österreicher! Ja, ich will." Grosz hatte sich zuletzt zwar realistisch bezüglich seiner geringen Siegeschancen gezeigt. Dennoch will er mit dem Slogan überzeugen: "Make Austria Grosz again!" Um tatsächlich anzutreten, benötigt er 6.000 Unterschriften.

Anti-Korruptionskämpfer

In dem fünfminütigem Clip inszenierte sich Grosz hauptsächlich als Kämpfer gegen die Korruption. "Durch Gier, fehlende Moral und Demut ausgelöst, zeigt sich ein verheerendes politisches System, an dessen Spitze verantwortungslose Verantwortungsträger stehen, denen das eigene Fortkommen wichtiger erscheint als die Zukunft unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger", wetterte der Apologet Jörg Haiders, untermalt von dramatischen symphonischen Klängen.

"Neutralität mit Füßen getreten"

Auch gegen die vom Konflikt in der Ukraine mit ausgelöste Inflation würde Grosz gerne von der Hofburg aus vorgehen, wobei der Grazer seine eigene Interpretation der russischen Angriffs bereit hält, die er als "regionalen Krieg im Osten Europas" bezeichnet. Aus diesem Grund trete die Regierung die Neutralität mit Füßen und trage einen hoffnungslosen Wirtschaftskrieg mit. Währenddessen herrschten "anarchistische Zustände" an den Grenzen durch die Flüchtlingsbewegungen.

"VdB nicht auf der Seite des Volkes"

Mit Kritik spart Grosz  nicht, wenn es um seinen Hauptkonkurrenten im Wahlkampf, Amtsinhaber Alexander Van der Bellen, geht: "Das derzeitige Staatsoberhaupt hat zur Entwicklung der jüngeren Geschichte vornehm geschwiegen, hat nicht eingegriffen, hat zugesehen und geschehen lassen." Van der Bellen "war parteiisch statt objektiv, ist auf der Seite seiner Regierung und nicht auf Seite des Volkes gestanden, hat den Lobbyisten die Mauer gemacht, statt die Bürger vor diesen zu schützen". Selbst sieht sich Grosz hingegen als "Sprachrohr einer Mehrheit der Österreicher und nicht als das einer Minderheit der Meinungsmacher". Gegenüber der APA zeigte er sich sowohl optimistisch, was die erforderlichen Unterstützungserklärungen, als auch das Sammeln von Wahlkampfspenden betrifft.