Corona-Demonstranten rufen zum "Warnstreik" auf

In Klagenfurt zogen die Demonstranten spontan vor das ORF-Landesstudio. Auch in der Bundeshauptstadt Wien versammelten sich am Maria-Theresien-Platz mehrere Hundert Personen. In Graz wurde die Innenstadt von Protestierenden blockiert, der Verkehr war stark beeinträchtigt.

Linz

In Oberösterreich hatten sich gegen 12.30 Uhr bereits etliche Dutzend Menschen auf dem Hauptplatz in Linz versammelt. Sie trugen Transparente mit "Lehrer gegen Impfpflicht" und "Wenn Lügen wirklich kurze Beine hätten, gäbe es in der Bundesregierung hauptsächlich Liliputaner (sic!)". Gegen 13.00 Uhr startete der Tross, in dem sich viele junge Leute und Kinder, auch Babys im Kinderwagen, befanden, in Richtung Landhaus, wo sich laut Polizei am frühen Nachmittag rund 1.000 Leute versammelten. "Es scheint hier einen Art Sternmarsch zu geben", hieß es von der Exekutive. "Widerstand"-Chöre schallten über den Platz, Vertreter der freiheitlichen Polizeigewerkschaft AUF schwangen "Nein zum Impfzwang"-Schilder. Etliche Teilnehmer hatten rote Rosen mit, die sie den Polizisten vor die Füße legten. Der Landhaus-Durchgang war zu beiden Seiten mit Holztoren geschlossen worden.

Klagenfurt

Mehrere hundert Personen haben sich vor der Kärntner Landesregierung am Arnulfplatz zu einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen und eine Impfpflicht eingefunden. Dort wurden Kärntner Fahnen geschwenkt und zu einer "zweiten Kärntner Volksabstimmung" gegen die Coronamaßnahmen aufgerufen. Unangekündigt zogen die Demonstranten am Nachmittag weiter vor das ORF-Landesstudio, das kurz zuvor von Polizisten und mit Absperrgittern gesichert worden war. Zu Übergriffen kam es nicht.

Salzburg

In der Salzburger Altstadt haben sich 200 bis 300 Demonstranten vor dem Chiemseehof versammelt, dem Sitz des Landtags und des Landeshauptmanns. Blieben die Eingangsportale zunächst noch verschlossen, strömten die Massen zunächst durch einen zweiten Eingang in den Innenhof, später wurden die Tore allgemein geöffnet. Die Menge skandierte Parolen wie "Freiheit" und "Demokratie". Die Stimmung war teilweise aufgeheizt, an die Maskenpflicht hielt sich kaum jemand. Mehr als ein symbolischer Akt war die Kundgebung freilich nicht: Abgeordnete und Regierungsmitglieder waren gar nicht vor Ort. Die heutigen Budgetberatungen des Landtags fanden im Messezentrum statt.

Graz

Zunächst zwischen 300 und 400 Personen haben in Graz im Hof des Landhauses - dem Sitz des Landtags und Teilen der Landesregierung - gegen die Covid-Schutzmaßnahmen demonstriert. Manche wurden in den engen Platz nicht mehr von der Polizei reingelassen, die anderen inszenierten sich lautstark vor der adventlichen Kulisse der Eiskrippe. Die Demonstranten hielten Schilder mit Aufschriften wie "Impfpflicht ... nicht ganz dicht"? , "Streiken statt spiken", "Hände weg von unseren Kindern" sowie jahreszeitlich entsprechend "Advent, Advent, der Rechtsstaat brennt". Einige Teilnehmer trugen Aluhüte, teils hatten die dicht gedrängt stehenden Menschen Masken auf. Im Laufe des Nachmittags stießen immer mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Demonstration. Die Polizei sprach auf APA-Nachfrage  von rund 1.500.

Demonstranten mit rot-weiß-roten Schildern

Innsbruck

In Tirol demonstrierten nach Schätzungen des Einsatzleiters der Polizei rund 1.500 Personen vor dem Innsbrucker Landhaus. Die Demonstration habe um 13.00 Uhr begonnen und sei bis 18.00 Uhr anberaumt. Es handle sich um eine "Dauer-Demo", sagte der Einsatzleiter. Polizisten positionierten sich von dem Eingang zum Landhaus. Die Teilnehmer skandierten Parolen, vor allem wurde nach "Freiheit" gerufen. Trillerpfeifen und Glocken taten ihr Übriges, der Lärmpegel war hoch. Die Mehrheit der Demonstrierenden trug keine Maske. Es wurden Tirol-Fahnen geschwungen.

Bregenz

In Bregenz haben sich laut einer ersten Schätzung von Polizeisprecher Rainer Fitz etwa 600 bis 700 Demonstranten vor dem Landhaus versammelt und verfolgten die zahlreichen Reden. Die Stimmung sei friedlich. Es würden mehr Masken getragen als bei früheren Demos. Die Polizei habe bereits entsprechende Kontrollen durchgeführt, gegen Nicht-Maskenträger würden auch Strafen verhängt, so Fitz.

Eisenstadt

Auch in Eisenstadt trafen sich vor dem Landhaus Gegner der Regierungsmaßnahmen, rund 120 waren es laut Angaben der Polizei. Sie trugen unter anderem schwarze Flaggen mit der Aufschrift "Freiheit" oder gelb-schwarze Fahnen, auf denen "Corona-Querulant" stand. Gegen 13 Uhr startete die Kundgebung, bei der sich jeder zu Wort melden konnte. Eine Frau etwa versicherte übers Megaphon, sich trotz Impfpflicht nicht gegen Covid-19 impfen zu lassen. Diese werde aber ohnehin nicht kommen, betonte ein anderer Teilnehmer. Polizisten forderten Demonstranten ohne Maske auf, eine solche zu tragen. Wer dies verweigert, dem droht eine Anzeige bei der Gesundheitsbehörde.

St. Pölten

Die Demonstration in St. Pölten ging nach Polizeiangaben gegen 16.00 Uhr zu Ende. Einem Sprecher zufolge gab es 20 Anzeigen wegen Nichteinhaltung der Covid-Bestimmungen. Die Zahl der Teilnehmer wurde mit bis zu 300 beziffert. Die Kundgebung in der niederösterreichischen Landeshauptstadt hatte vom Regierungsviertel via ORF-Landesstudio, Rathaus- und Bahnhofsplatz wieder zum Ort ihres Ausgangs geführt.

Autor: APA Politik, 01.12.2021