Burgenland-Wahl: Doskozil von Ergebnis überrascht

Die Burgenland-Wahlen sind geschlagen und bringen einen klaren Wahlsieger hervor. Bemerkenswert ist auch das Ergebnis der MFG.
Autor: APA Politik, 03.10.2022 um 07:12 Uhr

Das Burgenland hat am Sonntag die Gemeinderäte und Bürgermeister in den 171 Gemeinden gewählt, um 21 Uhr lag das Endergebnis vor. Die SPÖ hat dabei an Stimmen, Mandaten und auch Bürgermeistern dazugewonnen. In 13 Kommunen gibt es am 23. Oktober eine Stichwahl. 277.473 Personen waren wahlberechtigt, die Wahlbeteiligung betrug 75,79 Prozent. Erstmals angetreten ist die MFG. Sie konnte am Ende ebensoviele Mandate für sich gewinnen wie die NEOS.

SPÖ: 48,8 Prozent (+4,4), 1.623 Mandate (+162)
ÖVP: 39,9 Prozent (-1,96), 1.300 (-64)
FPÖ: 3,5 Prozent (-2,8), 167 Mandate, (-77)
GRÜNE: 1,6 Prozent (-0,3),
MFG: 0,52 Prozent, 4 Mandate
NEOS: 0,37 Prozent (+0,1), 4 Mandate (+3)

Neue Bürgermeister in 17 Gemeinden

Bei den Bürgermeistern zählt die SPÖ aktuell 86 Ortschefs, die ÖVP 68. In 17 Gemeinden gab es einen Bürgermeisterwechsel. Elf neue Ortschefs zählte die SPÖ, sechs die ÖVP. Gleichzeitig verloren die Roten fünf, die Türkisen elf Bürgermeister. In 13 Kommunen ist am 23. Oktober eine Stichwahl notwendig, 2017 war das in 19 Orten der Fall.

Absolute für ÖVP in Eisenstadt

In Eisenstadt verteidigte die ÖVP die Absolute im Gemeinderat, sie hält weiterhin 17 Mandate (53,4 Prozent; 2017: 55,3 Prozent). Die SPÖ erzielte 26 Prozent (2017: 22,1 Prozent) und gewann ein Mandat. Die FPÖ verlor zwei Mandate und damit den Klubstatus, nur noch ein Freiheitlicher ist im Gemeinderat der Landeshauptstadt vertreten. Die Grünen hingegen gewannen ein Mandat und verfügen mit insgesamt drei nun über den Klubstatus. Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP) verteidigte sein Amt mit einem kleinen Plus (61,64 Prozent; 2017: 60,32 Prozent) und zeigte sich erfreut, dass die ÖVP "weiter die bestimmende Kraft im Gemeinderat ist".

Doskozil zufrieden

SPÖ-Landesparteichef Hans Peter Doskozil zeigte sich mit den Ergebnissen äußerst zufrieden: "Ich hätte das in dieser Dimension gar nicht erwartet." Sowohl die Zahl der Mandatare als auch der roten Bürgermeister sei gestiegen. "Es könnte nicht besser laufen", meinte Doskozil. Die Ergebnisse seien ein Erfolg der burgenländischen Sozialdemokraten. SPÖ-Bundesparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner gratulierte der SPÖ Burgenland zum "großartigen Wahlerfolg". 

ÖVP: "Auf Augenhöhe"

ÖVP-Landesparteiobmann Christian Sagartz betonte hingegen, dass die Volkspartei trotz schwieriger Ausgangslage mit der SPÖ-Alleinregierung im Land und globalen Krisen weiter "auf Augenhöhe mit der SPÖ" sei. "Dass wir da dagegenhalten können, ist eine Wahnsinnsleistung", sagte er. ÖVP-Generalsekretär Christian Stocker freute sich mit der burgenländischen Volkspartei. Diese habe bei der Wahl gezeigt, dass sie "der Doskozil-SPÖ die Stirn bieten" könne.