Russisches Atom-U-Boot „verschwunden“

Laut einer Tageszeitung soll die NATO ihre Mitglieder wegen des Auslaufens der „Belgorod“ alarmiert haben. Das U-Boot soll eine „Weltuntergangsdrohne“ tragen.
Autor: APA Politik, 04.10.2022 um 12:22 Uhr

Das vermeintliche Verschwinden eines russischen Atom-U-Bootes sorgt für Aufregung im Westen. Wie die italienische Tageszeitung "La Repubblica" berichtet, soll die NATO die Mitglieder alarmiert haben, weil die "Belgorod" aus ihrem nordrussischen Hafen ausgelaufen ist. Das Bündnis selbst gab sich wortkarg. "Wir geben keinen Kommentar zu vermeintlichen Informationsleaks oder Geheimdienstdetails ab", sagte ein NATO-Sprecher heute der Nachrichtenagentur ANSA in Brüssel.

Neues Waffensystem „Poseidon“

Dem Bericht zufolge soll das U-Boot ausgelaufen sein, um das Waffensystem "Poseidon" im arktischen Meer zu testen. Dieses soll in der Lage sein, radioaktive Tsunamis von mehreren hundert Metern Höhe auszulösen, mit denen Küstengebiete ausgelöscht würden. Zum Vergleich: Der Tsunami des Jahres 2004 in Südasien mit mehr als 200.000 Toten hatte Wellen mit maximal 35 Metern Höhe. Laut einem Bericht des US-Senders Fox News besteht das System aus einer mit einer Atombombe bestückten Unterseedrohne, die in Richtung einer Küstenstadt in Marsch gesetzt werde. Rund 1.000 Meter unter dem Meer werde die Bombe dann unbemerkt zur Explosion gebracht, um den verheerenden Tsunami auszulösen. Einsatzfähig soll das System erst im Jahr 2027 sein. Das U-Boot selbst ist erst im Juli in Dienst gestellt worden.

Letzte strategische Option

Die Militärexpertin Rebekah Koffler sagte Fox News, dass Putin eine solche Waffe nur als "letztes Mittel" einsetzen würde, wenn sich Russland und die USA bereits in einem "direkten Krieg befinden und Russland auf der Verliererstraße ist". Das Verschwinden der "Belgorod" sei keine Überraschung, da russische U-Boote über beste Tarnmöglichkeiten verfügen. In der Vergangenheit sei es ihnen immer wieder gelungen, unbemerkt in amerikanische Gewässer einzudringen. Mitunter hätten sie wochenlang unbemerkt in US-Küstennähe operiert. Im Jahr 2010 sei ein U-Boot erst bemerkt worden, als es die US-Gewässer wieder verlassen habe, so Koffler.