Angst: Migration und Klimawandel lösen Corona ab

Nach dem Höhepunkt der Corona-Pandemie ist der Klimawandel wieder das Thema, um welches sich die Österreicher am meisten sorgen. Auf den Plätzen zwei und drei liegen die Sorge um die Verbreitung des politischen Islam und die Integration von Migranten. Im Vergleich zur letzten Umfragewelle ist zudem die Sorge vor einer neuen Flüchtlingskrise wie im Jahr 2015 gestiegen, geht aus dem aktuellen Integrationsbarometer hervor. Die aktuelle Umfragewelle wurde telefonisch und online von 3. bis 31. 8. durchgeführt.

Sicherheitsgefühl verbessert

Das persönliche Sicherheitsgefühl ist für eine Mehrheit der Befragten im vergangenen Jahr gleich geblieben. Für 36 Prozent hat es sich verschlechtert, sieben Prozent nehmen dahingegen eine Verbesserung wahr. Im Vergleich zur letzten Umfragewelle im Februar 2021, die unter dem Einfluss der Corona-Pandemie und des Terroranschlags von Wien stand, hat sich das Sicherheitsgefühl im August 2021 wieder etwas verbessert.

Die Bewertung des Zusammenlebens mit verschiedenen Migrantengruppen ist im Vergleich zu früheren Umfragewellen stabil. Es wird weiterhin das Zusammenleben mit Zuwandern positiver bewertet als jenes mit Muslimen oder Flüchtlingen, das Zusammenleben wird aber mit allen drei Gruppen mehrheitlich als (eher) schlecht wahrgenommen. Kritische Bereiche des Zusammenlebens mit Migranten sind der öffentliche Raum, das Wohnviertel und die Schule, mehrheitlich positiv wird das Zusammenleben dahingegen im Arbeitsumfeld und in Geschäften wahr genommen. Die Einstellung gegenüber Frauen wird erstmals als größtes Problem beim Zusammenleben genannt (55 Prozent).

Parallelgesellschaften

Es folgen kulturelle und sprachliche Unterschiede sowie Gewaltbereitschaft und Kriminalität. Zentrale Merkmale einer guten Integration sind aus Sicht der Österreicher Kenntnis und Anerkennung der Gesetze, einer Arbeit nachzugehen, österreichische Werte zu kennen und zu akzeptieren sowie die deutsche Sprache gut sprechen zu können. 72 Prozent der Bevölkerung sind der Meinung, es gäbe Parallelgesellschaften in Österreich. Dieser Wert ist im Vergleich mit früheren Umfragewellen stabil. Parallelgesellschaften werden vor allem im öffentlichen Raum und im Wohnviertel wahrgenommen, auch die Schule wird als Problembereich identifiziert. In Bezug auf die Vorschläge im Bereich Migration und Integration gibt es die stärkste Zustimmung zu einer Ausbildung und Kontrolle islamischer Religionslehrer durch den österreichischen Staat sowie zu integrationsfördernden Inhalten des islamischen Religionsunterrichts.

Staatsbürgerschaft als gelungene Integration

Im Themenfeld Schule wünschen sich die Österreicher vor allem eine stärkere Einbeziehung der Eltern in die Bildung der Kinder. Auch für eine starke finanzielle Unterstützung von Brennpunktschulen spricht sich eine Mehrheit zumindest "eher" aus. Etwas zurückhaltender sind die Österreicher in Hinblick auf die Vergabe der Staatsbürgerschaft. 57 Prozent sehen diese als Ergebnis einer gelungenen Integration. Geteilte Meinungen gibt es zum Vorschlag, dass in Österreich geborene Kinder automatisch die Staatsbürgerschaft bekommen, wenn sich zumindest ein Elternteil seit mindestens 5 Jahren legal im Land aufhält: 48 Prozent stimmen dem zu, 44 Prozent lehnen den Vorschlag ab.

 

 

Autor: APA Politik, 19.10.2021