Steuerreform und Budget: Frauen kommen zu kurz

Als Beispiel führt die Arbeiterkammer den Familienbonus an, von dem vorwiegend Männer profitierten. 2019 seien rund 70 Prozent der Bezieher Männer gewesen, knapp 30 Prozent waren Frauen. Männer erhielten durchschnittlich 2.187 Euro, Frauen 1.436 Euro, wie Berechnungen der AK ergaben.

80 Prozent des Betrags geht an Männer

Damit kamen die über 681 Mio. Euro Familienbonus zu 78, 34 Prozent Männer zugute, lediglich 21,66 Prozent davon Frauen. Die Arbeiterkammer ist freilich nicht generell gegen den Familienbonus, beklagt aber, dass darüber hinaus Maßnahmen für Frauen fehlten.

Mehr Geld für Kinderbetreuung

Die AK fordert etwa mehr Geld für Kinderbetreuung und Pflege, eine Förderung der partnerschaftlichen Teilung von Familien- und Erwerbsarbeit per Familienarbeitszeit (500 Euro für Halbe-Halbe bei der Elternteilzeit) und volle Lohntransparenz in Betrieben.

Frauen sind systemrelevanter als Männer

Laut einer Studie von Sora im Auftrag der AK sind 65 Prozent aller Arbeitskräfte im systemrelevanten Bereich Frauen. Gemeinsam ist diesen Tätigkeiten, dass sie nicht oder nur schwer von zu Hause ausgeführt werden können. Zudem hätten die Beschäftigten zum Teil viel Kontakt zu Menschen und dadurch ein größeres Ansteckungsrisiko.

Budget ungerecht

Besonders hoch ist der Frauenanteil unter den Kindergartenpädagogen (88 Prozent), Kassierern und Regalbetreuern (86 Prozent), Reinigungs- (83 Prozent) und Pflegekräften (82 Prozent). Gleichzeitig waren es Frauen, die den zeitweisen Ausfall der Kinderbetreuung ausgeglichen haben. Frauen waren und sind die Leistungsträgerinnen der Coronakrise. Das Budget spiegle das aber nicht wider, hieß es.

Autor: APA Politik, 20.10.2021