83.000 Flüchtlinge und Migranten aufgegriffen

Burgenlands Militärkommandant Gernot Gasser sieht Bundesheer und Polizei an der Leistungsgrenze.
Autor: APA Politik, 25.01.2023 um 14:25 Uhr

An der Grenze im Burgenland sind im Jahr 2022 rund 83.000 Flüchtlinge aufgegriffen worden. Das waren 200 pro Tag und vier Mal so viele wie im Jahr davor, stellte Militärkommandant Gernot Gasser heute bei einer Pressekonferenz fest. Den "gewaltigen Anstieg“ zu bewältigen, war eine echte Herausforderung und brachte Polizei und Bundesheer an die Leistungsgrenze", so Gasser. 2022 versahen 3.000 Soldaten Dienst an der Grenze, gewechselt wird alle drei Monate. 2,9 Millionen Arbeitsstunden wurden geleistet.

700 Soldaten im Grenzeinsatz

International gebe es aber keine Lösung für die Flüchtlingsbewegungen: "Es ist kein Licht am Ende des Tunnels." Dies sei auch für das Militär "ernüchternd", denn die derzeit 700 Soldaten an der Grenze seien für die Weiterentwicklung des Bundesheeres "Gift", da sie nicht als Einsatzsoldat ausgebildet werden können und damit für die Einsatzorganisation "verloren" gehen. Soldaten, die Dienst an der Grenze versahen, hätten auch weniger Interesse, Berufssoldat zu werden, gibt Gasser zu bedenken.

Rückgang nur bei Schlechtwetter

"Bei schlechter Witterung lässt die Migration deutlich nach, aber selbst bei dieser Witterung sind wir schon deutlich höher als im Jänner des Vorjahres", aktuell würden täglich 50 bis 100 Flüchtlinge aufgegriffen. "Damit überschreiten wir schon den Wert des Vorjahres und das macht mich ein wenig unruhig, wenn ich in die Zukunft blicke", meinte Gasser.