Werners Auto-Blog: Der Achtzylinder - Grabrede

Nachdem dein Kumpel, der Zwölfzylinder, schon in die ewigen Jagdgründe eingegangen ist, hat es nun auch dich erwischt. Wir haben ihn geliebt – deinen grummelnden, tiefen, bebenden Sound. Deine Laufruhe hat uns in Verzücken versetzt. Beim Tritt aufs Gaspedal fühlte es sich an, als würde eine Elefantenherde lostrampeln. Deine Kraft im Drehzahlkeller war so brachial wie ein T-Rex auf der Jagd. Letzterer ist aber ausgestorben, und so ist es eben mit einem Saurier, zu denen auch du gehört hast. Ein Grund dafür war ehrlich gesagt deine Trunksucht. Du hast sie alle unter den Tisch gesoffen. Wobei du nie verstanden hast, dass der Klimawandel kein Honiglecken ist. Zwar trauert unser Finanzminister der irrwitzigen NovA nach, die er durch dich nun verliert, aber unterm Strich warst du halt doch ein Saubartl. Eines, das seinem Besitzer auch noch das Tankgeld aus der Tasche gezogen hat. In den Tod getrieben haben dich indirekt auch die E-Autos mit ihrem sofort zur Verfügung stehenden Drehmoment, das dich alt aussehen ließ. Es ist zwar kein Trost, aber du bis nicht der Letzte, der von uns geht. Für den Sechszylinder ist schon eine Grube ausgehoben. Der Vierzylinder liegt derzeit auf der Intensivstation, da ja die Elektrischen die Zukunft sind. Leb Wohl, alter Stinker! Wir werden dich vermissen. Vor allem dann, wenn wir in einem geilen E-Auto losglühen, aber der Motorsound aus der Konservendose kommt …

Autor: Werner Christl, 29.04.2021