VW ID.3: Unser sauberer Herr Nachbar

Höchste Nervosität herrschte 1974 als ein Wagen namens Golf den Bestseller Käfer beerben sollte. Die Nervosität war unbegründet, der Golf wurde zu einem der meistgebauten Autos der Welt und rollt aktuell in der achten Generation auf unsere Straßen. Die Szenerie von 1974 erinnerte ein wenig an die Präsentation des ID.3. Auch hier steckt viel Hoffnung von VW drin und auch hier will man einen Generationensprung wagen, ohne aber eine Ikone, wie den Golf, ablösen zu müssen. Das scheint aufzugehen, denn es gingen über 30.000 Vorbestellungen bei VW ein. Kein Wunder, denn der ID.3 hat alle Ingredienzien eines potenziellen Bestsellers: Kompakte, moderne Karosserie, günstiger Preis und natürlich E-Power unter der Haube.

Mit grünem Strom produziert. Nun folgt etwas, an das sich verbrennerfixierte Autonarren erst gewöhnen müssen. Anstatt über Hubraum, Zylinder und Co zu berichten, dreht sich die Gretchenfrage bei E-Autos um die Batteriegrößen. Hier hat der ID.3 drei Stück im Gepäck, die für Reichweiten zwischen 330 und 550 Kilometer sorgen. Und noch etwas wird gewöhnungsbedürftig – das Design. E-Autos brauchen keine langen Motorhauben mehr und der ID.3 führt das gleich ganz cool vor. Die kurze Front kommt vor allem dem Innenraum zu Gute. Man hat mehr Platz als man bei den Außenmaßen vermuten würde. VW nennt das Konzept Open Space und übertreibt dabei gar nicht. Ebenfalls praktisch, weil völlig unkompliziert, ist das Bedienkonzept des ID.3. Alles ist intuitiv am richtigen Platz und kinderleicht zu bedienen. Alles in allem eine saubere Sache – um das dreht es sich schließlich – und auch hier hat VW durchaus voraus gedacht. Sowohl das Montagewerk in Zwickau, als auch das polnische Batteriewerk, werden mit grünen Strom betrieben. Damit wird der CO2-Fußabdruck bei der Produktion deutlich geringer. Ein Argument mehr für zahlreiche künftige ID.3s in der Nachbarschaft.

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Autor: Jürgen Philipp , 05.08.2020