Vom Elchknutscher zum Golfkiller: Mercedes A-Klasse 2018

Apropos Grill: Der ist diamantförmig und mit einem mächtigen Stern versehen. Hatte man bei der ersten A-Klasse vor 20 Jahren noch das Gefühl die Marke Mercedes wolle sich ein wenig zurückhalten um ihren Nimbus als Bauer von großen Wagen nicht zerstören, so tritt der neueste Spross deutlich selbstbewusster auf. Dazu tragen auch die Leuten an Front und Heck bei: Dahinter steckt Multibeam-LED-Technologie – und die unterstreicht die angenehm und zugleich sportliche Hülle. Die Heckzeichnung wirkt vollkommen eigenständig. Die Silhouette wirkt wie ein sauber geführter Strich mit einem spannenden Ende. Das Heck reißt stärker ab als beim Vorgänger und dieser spannende Effekt wird mit einem Spoiler vollendet. Mit einem cw-Wert von 0,25 ist die A-Klasse übrigens Klassenprimus.

Die A-Klasse denkt und lenkt – teilautonom

Die neue Form zahlt sich auch für die Passagiere aus, die nun einiges mehr Platz zur Verfügung haben – die drei Zentimeter mehr Radstand freut vor allem die Fondspassagiere. Damit nahm Mercedes jeden Kritikpunkt des Vorgängers ernst und man schien diese Punkt für Punkt abgearbeitet zu haben, so etwa beim Thema Rundumsicht. Diese war bisher eher dürftig, ist nun aber deutlich verbessert worden. Komplett neu ist der Innenraum – hier haut fast ein Hauch von S-Klasse durch den Steuerstand. Besonders prägnant ist das Widescreen-Cockpit, das man aus dem Spitzenmodell bereits kennt – selbstverständlich voll digital. Ebenso aus der S-Klasse wurde das DISTRONIC-System übernommen und damit gibt es erstmals Teilautonomie im Kompaktsegment von Mercedes. Bedient wird übrigens per Touchscreen, Touchpad, Touch-Control am Lenkrad oder per Sprachsteuerung. Die denkt sogar mit und lernt. Sie erkennt Routinen des Fahrers, wie immer wiederholende Anrufe und schlägt diese vor. Dazu gibt es Vorhersage-Funktionen: Wer oft die selben Strecken fährt, wird bereits beim Einsteigen auf eventuell Staus hingewiesen und auf Wunsch umgeleitet. Das alles soll dem Golf ordentlich einheizen – das will zumindest Daimler-Chef Zetsche so. Eingeheizt wird auch unter der Haube: Die Motorenpalette reicht von einem hochökonomischen 116 PS Diesel bis hin zu einem 224PS starken Benziner. Und wem das nicht reicht: AMG baut bereits an einem Vierzylinder. Damit sagt man selbst dem Golf GTI den Kampf an.

Autor: Jürgen Philipp, 09.03.2018