Test: Porsche 911 Carrera S - Das Drehzahl-Messer

Es sind die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen. In diesem Fall ein winziges neues „Rädchen“ mit vier Modi am Lenkrad des 911ers. „Normal“, „Sport“, „Sport Plus“ und „Individual“ können am Glücksrad gedreht werden. Die erste „Radtour“ endet in der Stellung „S+“. Dort im Sport Plus-Modus, verändert sich nicht nur das Ansprechverhalten des Porsches, sondern auch jenes des Beifahrers. Letzterer ist dann beim Beschleunigen eben kein geeigneter Ansprechpartner mehr. Immerhin fallen 420 PS in Verbindung mit 500 Newtonmetern über die Hinterräder her! Verglichen mit dem Vorgänger sind das ein Plus von 20 PS und 60 Newtonmetern, die der Dreiliter-Turbo in die Fahrbahn stanzt. Oha! Ja, der ­Hubraum wurde verkleinert und zwei Abgasturbolader hinzugefügt. Eingefleischte Porsche-Fans rümpfen vielleicht die Nase? Tatsächlich sprechen die Fahrwerte eine deutliche Sprache. Mit PDK-Getriebe und Sport Chrono-Paket knackt der neue Carrera S den Hunderter in 3,9 Sekunden und nachdem der Turbo ohnehin nicht lange fackelt und bei 1.700 Umdrehungen pfeift, können wir mit der Umstellung mehr als gut leben. Noch dazu, wenn man sich die Verbrauchswerte ansieht. Der getestete Porsche 911 Carrera S hat einen kombinierten Verbrauch von 7,4 Litern! Zugegeben, wer auf das Gaspedal latscht, als gebe es kein Morgen, wird den vom Werk angegebenen Wert nicht erreichen. Aber mit etwas Zurückhaltung fährt sich der 420 PS-­starke Sportwagen durchaus mit 9 bis 10 Liter. In der Stadt sind es um die 11 bis 12 Liter.

Scharf. Den Hunderter knackt der neue Carrera S den Hunderter in 3,9 Sekunden und nachdem der Turbo ohnehin nicht lange fackelt und bei 1.700 Umdrehungen pfeift, können wir mit der Umstellung mehr als gut leben. Noch dazu, wenn man sich die Verbrauchswerte ansieht. Der getestete Porsche 911 Carrera S hat einen kombinierten Verbrauch von 7,4 Litern! Zugegeben, wer auf das Gaspedal latscht, als gebe es kein Morgen, wird den vom Werk angegebenen Wert nicht erreichen. Aber mit etwas Zurückhaltung fährt sich der 420 PS-­starke Sportwagen durchaus mit 9 bis 10 Liter. In der Stadt sind es um die 11 bis 12 Liter.

Porsche im Alltag. Ein großes Plus des Porsche ist sicher eine gewisse Alltagstauglichkeit. Damit ist weniger der winzige Kofferraum oder die hinteren Notsitze gemeint, sondern das Fahren. Im „Normal­modus“ werden die Bandscheiben geschont, der Verbrauch hält sich in Grenzen. Generell ist, verglichen mit so manchem sensibel zu behandelnden Rassesportwagen aus Italien, ein 911 weniger „hysterisch“ zu bewegen. Der 911 Carrera S katapultiert den Fahrer notfalls aus der Kurve, kann aber auch durchaus einigermaßen entspannt gefahren werden. Und: Die Dinger sind schon fast so etwas wie eine Geld-
an­lage. Derzeit erzielen etwas ältere ­Modelle am Gebrauchtwagenmarkt teilweise höhere Preise, als sie als Neuwagen gekostet haben. Davon können andere nur träumen.

Da hätten wir noch ...... die Hinterachslenkung, die mehr Fahrstabilität bringt. Auch das Parken geht so leichter von der Hand. Das ­elektrische Schiebe-/Hubdach verleiht dem Porsche einen Schuss von Targa. EUR 2.600,– Aufpreis sind aber auch kein Brösel. Und wie klingt unser Sportler!
Vor allem mit der optional erhältlichen Sportabgasanlage klingt der Deutsche auch mit dem Doppelturbo sehr scharf. Sehr erwachsen und doch sehr böse. Das Fazit: Man hat nicht zu viel versprochen. Der Porsche 911 Carrera S fährt sich saugut. Meckern am neuen Doppelturbo ist keinesfalls angesagt. Bleibt noch ein Problem: Der Startpreis von
EUR 132.990,– für den „S“ steigert sich mit überkompletter Mehrausstattung auf EUR 168.885,–! So gesehen gibt es eben sehr viel Auto für eben auch sehr viel Geld.

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Autor: Werner Christl, 23.03.2016