Test: Nissan Juke - Spaß-SUV

Wenn Einliter-Autos in die Redaktion zum Testen kommen, sind wir in der Regel leicht skepitsch, da wir in der Vergangenheit oft damit zu kämpfen hatten, dass der kleine Hubraum beim Beschleunigen zu Angstschweißausbrüchen geführt hatte. Schaffe ich den Überholvorgang noch, oder ... Das Phänomen der Trägheit war vor allem öfter schon der Kleinstwagenklasse zu spüren. Und jetzt steht da ein 4,2 Meter langes SUV mit 1,3 Tonnen. Kann das funktionieren? Nun, wir haben unsere Vorurteile abgelegt und verstehen ganz gut, warum Nissan den Juke derzeit mit nur einem Motor (117 PS, Benziner) ausliefert. Ehrlich gesagt reicht das Motörchen wirklich, um im Alltag absolut ohne Probleme über die Runden zu kommen. Vor allem, wenn man den Sportknopf drückt, gehts es flott voran. Nein, der Juke ist mit einer Beschleunigung von 11 Sekunden auf 100 Sachen kein Rennpferd – aber definitiv ein flottes Kerlchen. Dazu gibt sich der Juke im normalen Drehzahlbereich überraschend ruhig. Erst beim beherzten Tritt aufs Gaspedal gibt es das typische Dreizylinderknurren. Der Verbrauch liegt bei 6,4 Liter. Im Test lagen wir bei gut sieben Liter. Also: Liebe Grüße an die Motorentwickler - der Winzling ist gut gelungen! Eine kleine Kritik gibt es für die kurze Anfahrschwäche, die es in Zusammenarbeit mit dem 7-Gang-DSG-Getriebe gibt. Da kommt der Schub bei den Rädern etwas verspätet an. Wobei wir diese Problem von anderen Herstellern schon weit schlimmer erlebt haben.

Zur Optik. Die Optik ist beim Juke extrem wichtig - man will sich schließlich auch mit dem neuen Modell von der Masse abheben. Nissan hat es gut hiebkommen - den Spagat zwischen polarisierendem Vorgänger und dem neuen Juke. Die runden Kulleraugen sind beispieslweise immer noch da, aber wirken jetzt erwachsener. Der Grill ist größer geworden (sieben Zentimeter länger), die Lichter der aktuellen Nissan-Palette angepasst. Insgesamt wirkt er viel bulliger und größer. Und das ist er auch - der Juke ist Länger sowie breiter geworden. Auch am Heck wurde stark gearbeitet - die Rückleuchten wurden beispielsweise praktisch komplett verändert. Das Heck wirkt nun - zumindest verglichen mit dem Vorgänger - fast brav.

Auffällig. Der Innenraum is kein Kind von Traurigkeit. Alles wirkt peppig und jung. Vielleicht sollte man die im Testauto verbauten Lederapplikationen am Armaturenbrett nicht in Feuerrot ordern, aber prinzipiell sieht das schon cool aus. In Schwarz wäre es vielleicht dezenter - ist aber sicher Ansichtssache. Der Hauptscreen hat eine gute Größe und lässt sich einfach bedienen. Die Klimaanlage und die dazugehörigen Belüftungsdüsen werden per „Knopf“ bedient - also netterweise nicht über den Screen. Auch bei der Verarbeitung im Inneraum müssen wir nich meckern. Vielleicht etwas viel harter Kunsttoff, aber das Preis-Leistungsverhältnis passt. Platztechnisch sind im Kofferraum 422 bis 1.088 Liter anzuführen (weit mehr als es biem Vorgänger der Fall war). Nachdem der Juke größer geworden ist, hat sich das auch auf den Kofferraum und den Innenraum (der Radstand ist ebenfalls gewachsen) positiv ausgewirkt. Nur die Kopffreiheit im Bereich der Fondsitze könnte etwas größer sein. Bei den Assistenten wird auch nicht gepatzt: alles an Bord. Preislich startet der neue Juke bei EUR 19.130,- in der Basisausstattung. Das Testauto in der höchsten Ausstattungsvariante N-Design startet bei 28.779,- inklusive Doppelkupplungsgetriebe. Den „Manuellen“ gibt es ab 26.935,-.

Fazit: Den Juke kann man wirklich ruhigen Gewissens weiter empfehlen. Optsch ist er innen und außen gut gelungen. Auch wenn es derzeit nur einen Motor zur Auswahl gibt - der 117 PS-Motor reicht im Alltag völlig und passt gut zum Auto.

Motor: 999 ccm

Verbrauch: 6,4 Liter

Spitze: 180 km/h

Kofferraum: 422 - 1.088 Liter

Länge: 4,2 Meter

PS: 117

Autor: Werner Christl , 09.07.2020