Test: Mazda MX-5 RF Revolution Top - Die Spaßmaschine

Wir sprechen hier von einer Glaubensfrage: Darf ein MX-5 auch ein Dach aus Metall haben, oder ist nur Stoff erlaubt. Ehrlich: Das Alu-Targa-Dach ist sozusagen guter Stoff! Unsere ­Vorbehalte als eingefleischte Stoff-Fahrer, sind schneller verschwunden als das Targa-Dach sich öffnen lässt. Warum? Ja, der Mazda MX-5 RF ist 45 Kilo schwerer als die „normale“ Version und nach dem das Cabrio-Dach oben sitzt, sollte sich auch der Schwerpunkt verändern. Tatsache ist, der Fahrspaß hat sich nicht zum Schlechten geändert. Im Grunde fallen die Unterschiede beim Fahrverhalten nicht auf. Der ­kleine Japaner rutscht schon mit eingeschaltetem ESP ­lässig um die Kurve und schwänzelt, so dass mächtig Fahrspaß aufkommt. Auch optisch werden sich die Kritiker schwer tun, am Targa-Design herumzunörgeln. Mir persönlich gefällt zwar die Stoff-Version eine Spur besser, auch kommt mehr Cabrio-Feeling auf, doch ein RF hat Vorteile auf der Komfortseite. Geöffnet wird in 13 Sekunden automatisch bei bis zu 10 km/h. Allerdings lässt sich mit etwas Fingerspitzengefühl ein Stoffverdeck in gefühlten zwei Sekunden öffnen! Einfach nach hinten „schmeißen“ – fertig. Die Vorteile. Wer schon einmal mit Stoffverdeck in einem Tunnel mit Lkw und Co. unterwegs war, kennt das Gefühl. Der Lärm ist schon fast bedrohlich. Da ist ein RF eindeutig um einiges besser gedämmt, und auch der Wind kann nicht so stark ins Cockpit blasen. Zudem hat der Fahrer ein zwar subjektives, aber doch ein besseres Sicherheitsgefühl. Immerhin sitzt man zwischen zwei „Säulen“. Auch kleine Regentropfen steckt das Cabrio weg. Die Heizung erinnert übrigens an ein Backrohr. Wer es warm haben will, wird notfalls gegrillt – sehr gut! Vielleicht das beste Kaufargument ist jedenfalls die gute Ganzjahrestauglichkeit des Mazda MX-5 RF. So wie er ist. Wie schon angedeutet, auch der MX-5 RF ist kein Van. Da bleibt halt die Bierkiste beim Wochenendeinkauf besser im Supermarkt stehen. Ist man erst einmal eingestiegen, oder besser ­gesagt eingefallen – die Sitze liegen ja doch etwas tief – dann geht der Spaß los. Es erwarten einen ein böser, wenn auch nicht übertriebener Motorsound, die direkte Lenkung und vor allem die knackige Schaltung mit den extrem kurzen Schaltwegen, Letztere beeindrucken einen immer wieder! Automatik gibt es, aber wer will sich schon den Schaltspaß nehmen lassen. Viel Spaß kommt auch auf, wenn der Fahrer sine Wasserflasche aus dem Becherhalter greifen will, der hinten angebracht ist. Und die Ablage­fächer sind eher rar – um es vorsichtig auszudrücken. Das Smartphone wird im Bereich der Mittelkonsole verstaut und schaut während der Fahrt immer wieder beim Schaltknüppel vorbei, um zu sehen, ob eh alles in Ordnung ist. Ja, er ist ein echter MX-5. So stört es auch nicht, wenn der Fahrer während des Schaltens den Multifunktions-Dreh-Druckknopf aus Versehen immer wieder bedient. Daten. Den MX-5 gibt es als 130-PS- und 160-PS-Version. Der getestete G160 bietet 200 Newtonmeter, er verbrauchte im Test 7,5 Liter (laut Werk sind es 6,6). Zu haben ist das gute Stück ab EUR 31.390,–. Softtop-Fans sei gesagt: Schaut euch den „RF“ näher an, er sieht nicht nur gut aus und vermittelt Spaß, sondern hat auch ­einen Schuss Komfort.n

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Autor: Werner Christl , 09.05.2017