Test: Hyundai Ioniq Hybrid 1,6 GDi - Einer für alles?

Das ist er also, der koreanische Alleskönner. Den Ioniq gibt es als Hybridler, Plug-in-Hybrid und reinen Elektroflitzer – anscheinend ein Wunderwuzzi. Wir haben uns die Hybridvariante näher angesehen, die mit dem Toyota Prius um Kunden kämpft. Eines wird gleich klar: Auch wenn der Prius fast 20 Jahre Vorsprung aufweist, haben die Koreaner versucht, dort anzudocken, wo sein unmittelbarer Konkurrent heute fährt. So ­liegen die beiden Hybride, was beispielsweise Länge, Beschleunigung oder Verbrauch betrifft, etwa gleichauf. Wie hält sich also der neue Ioniq im Test?

Im Alltag. Der Hybridantrieb werkt unmerklich im Hintergrund. Rein elektrische Fahrten im EV-Modus helfen vor allem in der Stadt und im Stau Benzin zu sparen. Wobei der Ioniq nur kürzere Strecken im EV-Modus zulässt. Im Mittelpunkt steht eben, den Durchschnittsverbrauch zu senken und nicht möglichst lange im Elektrobetrieb zu fahren. Im Schnitt soll der Koreaner mit 3,4 Litern über die Runden kommen. Unterm Strich lagen wir bei 5,3 Liter, ohne den Ioniq durch die Gegend zu tragen. Ein Vorteil ist sicher das 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Im Gegensatz zu einem CVT-Getriebe, das gerne bei Hybridlern zum Einsatz kommt, wirkt der ­Ioniq dadurch dynamischer. Insgesamt ist unser Test-­Hybrid aber sicher kein Rennwagen. 10,6 Sekunden braucht er auf 100 km/h. Das Fahrwerk ist klar komfor­tabel ausgelegt und liebt das angenehme Dahingleiten. Allerdings fährt er sich im Sportmodus durchaus spritzig. Für Kurvenorgien ist der Sparmeister natürlich nicht gebaut worden.

Die Motoren. Zum Einsatz kommen ein Vierzylinder-Benziner mit 1,6 Litern Hubraum und 105 PS, sowie ein Elektromotor mit 44 E-Pferden. Ergibt eine Systemleistung von 141 PS. Kein Rechenfehler – die Gesamtleistung zeigt ja die PS-Ausbeute an, welche das System freigibt. Die Batterien sind übrigens unter der Rückbank versteckt, was sich positiv auf die Platzverhältnisse auswirkt. Immerhin 443 bis 1.505 Liter schluckt der Kofferraum. Generell ist für Passagiere und Fahrer viel Platz vorhanden.

Innenraum. Hier gleich ein Lob! Es gibt derzeit kaum ein Auto auf dem Markt, bei dem die Sicht nach hinten besser ist (eine serienmäßige Rückfahrkamera ist trotzdem an Bord). Eine zusätzliche Glasleiste unterhalb der Kofferraumkante macht dies möglich. Ansonsten findet man im Cockpit keine Design-Experimente. Alles so, wie man es erwartet. Auch bei der Verarbeitung wird nicht ­gepatzt. Die Kunststoffteile sind großteils geschäumt und machen einen vernünftigen Eindruck – keine Frage! Fazit. Der Ioniq ist optisch gut am europäischen Markt aufgehoben. Sehr gefällig im Inneren und ansprechendes Äußeres. Die Verbrauchswerte im Test waren wirklich gut. Neben fünf Jahren Garantie sind serienmäßig mit an Bord: Spurhalteassistent, Autonomer Bremsassistent oder Abstandsregelautomat sowie sieben Airbags. Auch Toter-Winkel-Assistent und Querverkehrswarnung sind erhältlich. Wirklich interessant ist der Preis. Im Gegensatz zum Konkurrenten Prius (29.990,–) startet der Ioniq schon ab EUR 24.990,–! Das Testauto in der Style-Variante kostet EUR 30.890,–.

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Autor: Werner Christl , 14.11.2016