Sexy Lexi! Der Lexus LC500h im Weekend Test

Während der Testzeit mit dem Lexus LC500h haben uns schon fast die Hälse der Passanten leid getan. Selten haben sich so viele nach einem Auto umgedreht und sich verrenkt. Hat uns insofern nicht gewundert als der LC500h wirklich außergewöhnlich daherkommt und bei uns eher selten in der freien Wildbahn anzutreffen ist. Die Nobelmarke von Toyota hat mit dem LC500 wirklich Mut bewiesen und ein Sportcoupé auf die massiven Aluräder gestellt, mit dem man auffällt. Auch wir waren bei der Übernahme sozusagen etwas verknallt in den spacigen Flitzer. Ob diese anfängliche Schwärmerei berechtigt ist?

Technik - Zwei Herzen

Unter der schicken Haube unseres Testwagens werkten gleich zwei Motoren. Als Toyota-Tochter bedient sich Lexus schon lange an den ausgereiften Hybriden des Konzerns und verfeinert diese mit technischen Spielereien. Der Elektromotor des LC500h leistet 179 Pferdestärken und wird von einem V6-Benziner mit 299 Pferdchen flankiert (Systemleistung 359 PS). Der Hinterradler sprintet in fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h und soll sich laut Werk nur rund 6,5 Liter Super gönnen. Als Getriebe kommt im Multistage-Hybrid ein CVT-Strang, gekoppelt mit einer 4-Gang Automatik zum Zug. Klingt kompliziert - ist es auch. Wir konnten den LC500h mit Lenkradpaddeln manuell schalten, trotzdem ist ein unterbrechungsfreies Beschleunigen a la CVT-Getriebe möglich. Egal wie, der LC500h fährt sich flott und bietet in jeder Situation genügend Power. Der V6 hat einen leicht nervösen höheren Ton, trotzdem klingt die Beschleunigung doch nach Spaß unter der Haube. Beim gemütlichen Dahinrollen in der Stadt, gleitet der LC500h oft rein elektrisch und spart damit wertvollen Sprit. Insgesamt kamen wir bei nicht allzu sparsamer Fahrweise auf einen Testverbrauch von rund 8 Litern. Für ein Sportcoupé dieser Machart ein guter Wert. Das Fahrwerk ist sportlich aber kein harter Teufel und lässt somit auch gemütliches cruisen zu, schluckt jedoch auch Kurven ohne Probleme. An Assistenten haben die Japaner auch nicht gespart, es ist alles da, was derzeit en vogue ist.

Interieur - Nobel Hobel

Der Inenraum begrüßte uns in einem edlen Braun und viel Leder. Die Verarbeitung war mehr als in Ordnung und kann definitiv mit anderen Premiummarken mithalten. Einzig das Infotainmentsystem ist bei der japanischen Nobelmarke leider eine Pein. Die Bedienung per Touchpad ist dermaßen umständlich, dass wir anstatt des integrierten Navi manchmal aufs Smartphone ausgewichen sind. Schade, denn ansonsten bietet der 10.3-Zoll große Touchscreen eine gute Auswahl an Informationen und fügt sich passend in die schön gestaltete Cockpitlandschaft ein. Die hinteren Sitze des LC500h dienen eher als Transportplatz für größere Taschen als für ausgewachsene Mitfahrer. Vvorne ist genug Platz. Auch für größere Herr- und Damschaften. Die Hintersitze wird man eher wegen des doch klein geratenen Kofferraums brauchen. Sagen wir es so - für den monatlichen Biereinkauf nimmt der Lexusfahrer von Welt eher den Zweitwagen.

Fazit

Den Japanern ist es geglückt ein Auto zu bauen, welches – dank des tollen Designs – aus der Masse heraussticht. Mit viel Premium begeistert und einen sparsamen, modernen Antrieb bietet. Wer auf der Suche nach einem Sportcoupé ist, das nicht im Design-Einheitsbrei untergeht sollte sein Scheckheft zücken. Der Startpreis des LC500h liegt nämlich bei knackigen 112.900.- Euro. Wer nicht unbedingt ein Fan von Hybrid ist, bekommt den LC500 (ohne „h“) auch mit V8-Benziner ab 105.900.- Euro. Definitiv ein spaßiges und spaciges Gefährt dieser Japaner!

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Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 11.12.2018