Porsche Winterdriving mit Walter Röhrl

Nicht nur das feine Händchen, auch das feine Gas-Füßchen war beim Porsche Winterdriving in der Nähe von Tamsweg in Salzburg wichtig, um beispielsweise die 540 Pferde eines Porsche 911 Turbo im Zaum zu halten. „Jetzt einlenken und jetzt Gasstoß!“, funkt der Herr Röhrl ins Cockpit. Und schon sollte kontrolliert gedriftet werden. Allerdings gab es da „driftige“ Gründe, warum sich so mancher Schneehaufen am Rande der Strecke, vom Heck des 911er berührt, in Luft auf­löste. Auf dem Testgelände war es ja kaum möglich, sich auf den Füßen zu halten. „Bei einer Leitplanke wären das jetzt 5.000 Euro in der Werkstatt“, hörten die Teilnehmer aus berufenem Röhrl-Munde nicht nur einmal durch das im ­Wagen liegende Walkie-Talkie. Schneetreiben. Einen Tag lang wurden Cayenne, Macan, Cayman oder 911er in sämtlichen Varianten durch die Gegend geschleudert. Ein gängiges Vorurteil hat sich übrigens schnell aufgelöst. Eine Porsche-Heckschleuder soll auf Eis nicht unbedingt ein Traktionsvorbild sein. Stimmt schon, aber dafür gibt es ja den Allradantrieb für Elfer-Fans. Dieser verteilt die Kraft bevorzugt auch an die Hinterräder, was eben tollte Drifts erlaubt und gleichzeitig super Traktion bietet! Insgesamt fährt sich natürlich jeder Porsche anders. Ein Cayman mit Heckantrieb und ausgeschaltetem Stabilitätsprogramm ­reagiert viel nervöser als ein Porsche 911 Turbo mit Allrad, bei dem der besagte Gasstoß durch den Turbo schon ziemlich giftig ausfällt. Und der Panamera lässt überraschenderweise schöne Drifts zu, ist aber durch langen Radstand ein nicht so leicht aus der Ruhe zu bringender Sportler. Cayenne und Macan, mit ­höherem Schwerpunkt, fahren sich wieder anders. Walter Röhrl feiert übrigens in diesen Tagen seinen 70er. Er wirkt de­finitiv viel jünger. Wenn er auf Eis driftet, versprüht er eine Gelassenheit, als fahre er alleine mit 20 km/h auf ­einer vierspurigen Autobahn.

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Autor: Werner Christl, 23.03.2017