Porsche: Ein guter Jahrgang

Ein gewisser Herr Porsche hat sich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in den Kopf gesetzt, einen Sportwagen zu bauen. 1948 stand schon der erste Porsche Prototyp mit der Fahrgestellnummer 356-001 im österreichischen Gmünd, wo noch weitere 51 Modelle ­gebaut wurden. Erst danach ging man nach Stuttgart. Ab 1963 wurde dann der 911er geboren, der zuerst 901 hieß. Nachdem Peugeot aber ähnliche Modellbezeichnungen hatte, wurde daraus der 911.

Ausfahrt

In der Regel bleibt, etwas das im Museum steht, auch dort stehen. Nicht so bei Porsche – die Jungs holen in regelmäßigen Abständen einige der 600 Exponate in Stuttgart aus dem Museum und setzen dann unter Umständen auch einen Motorjournalisten in die teuren Oldtimer. Und so sitze ich dann in einem gut 40 Jahre alten 911er Carrera und denke besser nicht daran, was wäre, wenn!? Die Kupplung tritt sich härter als die „Fußmaschine“ im Fitnessstudio, die Gänge wollen präzise wie vom Uhrmacher eingelegt werden, und laut ist er auch. Ja, „geil“. Der 15 Jahre jüngere 944 Turbo fühlt sich verglichen mit dem alten Carrera, wie ein Schwebe­kissen an. Der Turbo setzt bei ca. 3.200 Umdrehungen blitzartig ein und lässt es krachen. Stimmt, in den 1990ern waren der 944 und vor allem der 924 nicht unumstritten. Heute sehen wir das anders. Ein 944 S2 mit etwa 30 Jahren auf dem Buckel kostet heute gut und gerne 30.000 Euro! Dann noch eine Testfahrt mit dem letzten jemals gebauten 928 aus 1995. Mit diesem ist Ex-Porsche Chef Wiedeking „in die Arbeit ­gefahren“. Zum Schluss der Umstieg in einen Porsche der neuen Generation – kurz gesagt: viel schneller, viel komfortabler, viel leichter zu fahren, viel sicherer, aber trotzdem ein echter Porsche. Und die Zukunft? Die ist auch bei Porsche elektrifiziert. Das krasse Gegenteil zum gefahrenen 1975er Carrera ist ab 2019 der „Taycan“. Keine Kupplung, kein Turbo, kein Lärm und mit einem 600-PS-Elektromotor!

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17.09.2018