Roll ´n Rock: Ford Ranger Raptor

„Und hast du auch Hochleistungsstoßdämpfer vom Offroad Spezialisten Fox mit 46,6 mm Kolbendurchmesser, einen verlängerten Federweg an der Vorderachse um 32%, und an den Hinterrädern um 18%. Hast du etwa eine um 150 Millimeter verbreiterte Spur und eine um 56 Millimeter auf 283 Millimeter erhöhte Bodenfreiheit?“ Das City SUV wirkt verschüchtert, doch der Raptor hat noch nicht genug der Demütigung des aufmüpfigen Kleinen: „Wie wärs mit Doppelkolben-Bremssättel, All-Terrain-Reifen im Format 285/70 R17 die extra für mich gemacht wurden, 2,5 Tonnen Traglast und sechs Offroad-Programme, darunter eines namens Rock für felsiges Hardcore-Gelände und eines namens Baja, damit ich auch echte und nicht nur Stadtwüsten durchqueren kann – ha du Warmduscher hast du sowas?“

Ein „Rock“er wie aus dem Bilderbuch. Das SUV verstummt und senkt den Blick der Full-LED Scheinwerfer. Es wirkt als stünde ein schlotternder Justin Bieber dem gesamten Ensemble der Heavy-Metalband Rammstein gegenüber, denen gerade ihre Bottle Johnny Walker verschüttet wurde. „Rammstein Raptor“ ist nun richtig heiß: „Kannst du auch brutales Gelände? Dafür bin ich gebaut, du Weichei. 500 Newtonmeter, 10 Gang Automatik und eine Ladefläche auf der ich dich gleich Huckepack nehme.“ Der Raptor hat genug, auch genug getankt. Mit dem 213PS Ecotech Motor ist er nämlich erstaunlich genügsam für einen Offroader seines Kalibers. Seine Rockergene sind zwar sofort ersichtlich, dennoch hat er sich mit neuem Kühlergrill und Xenon- bzw. LED-Scheinwerfern ein wenig stadtfein gemacht. Das City-SUV ist verschüchtert und meint ganz leise: „Aber dafür habe ich eine Blumenvase im Volant.“ Und die Moral von der Geschicht: Mit einem Ford Ranger Raptor verscherzt man es sich einfach nicht.

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Autor: Jürgen Philipp, 29.05.2019