Millionenschweres Diebesgut: Mercedes 500K Special Roadster

In den 1930er Jahren war der Roadster dagegen fast schon ein Schnäppchen, nach heutigem Wert umgerechnet kostete der 500K Special Roadster gerade einmal 98.000 Euro. Doch nur Rares bringt Bares: Wieviele von den ursprünglich 342 produzierten Exemplaren noch existieren, ist nicht genau zu sagen. Wenn dann einmal ein – für damalige Verhältnisse mit 160PS überschwänglich motorisierter – Wagen auf den Markt kommt, laufen die Auktionsdrähte heiß. Noch dazu hat dieses Modell eine besonderes Geschichte: Es stand 1935 auf der Berlin Motor Show und wurde anschließend an den „Reißverschlusskönig“ verkauft.

Des „Reißverschlusskönigs“ Roadster.

Hans Prym, aus der Familiendynastie der Pryms, die mit Kurzwaren ein Vermögen machte, hatte sich den Titel „Reißverschlusskönig“ redlich erworben. Das Unternehmen wurde mit „Hosenschlitzen“ reich, und so konnte sich Prym das Prachtstück leisten. Doch Hans Friedrich Prym sollte nur kurz Freude an seinem Kauf haben, denn der Roadster wurde ihm schon kurz nach dem Erwerb gestohlen. 80 Jahre später fand das Diebesgut doch noch seinen Weg zurück in den Schoss der Familie. Hans Prym hatte davon aber nichts mehr, er starb 1965. Immerhin können sich seine Nachfahren erfreuen. Für 5,2 Millionen Euro kann man schon einmal acht Jahrzehnte Wartezeit in Kauf nehmen.

Autor: Jürgen Philipp, 19.09.2016