Werners Auto-Blog: LKW, wohin das Auge reicht ...

Seit längerer Zeit suche ich ein Nest. Kein verfrühtes Osternest, sondern ein LKW-Nest. Denn ein solches muss es irgendwo in Österreich ganz sicher geben. Schließlich eiert am rechten Fahrstreifen auf Autobahnen ein endlos scheinender LKW-Blechwurm herum. Insbesondere auf zweispurigen Autobahnen, wegen vieler spannender Elefantenrennen, für den Rest der Autofahrer ein Graus. Ganz zu schweigen von der CO2-Problematik. Ja, wir brauchen den LKW als Transportmittel, aber wieso geht da nicht mehr per Huckepack oder generell über die Schiene?

In Zahlen ausgedrückt heißt das: In der Schweiz werden beispielsweise 70 Prozent der Güter per Bahn über/durch die Alpen gefahren. Immerhin 42 Prozent des gesamten Güterverkehrs passier über die Schiene. In Österreich sind es nur etwa 29 Prozent!

An manchen Autobahnabschnitten nimmt der LKW-Verkehr pro Jahr um 200.000 LKW zu! Alleine auf der A1 bei Haid donnern täglich 20.000 LKW vorbei. Am Brenner ist schon jedes fünfte Auto ein LKW! Im Gegensatz zur Schweiz ist die Frequenz zudem auch noch steigend. Wenn ich mir dann die Nummerntafel aus Holland oder Rumänien ansehe, frage ich mich, wieso es sich auf derart langen Strecken nicht auszahlen soll, die Güter per Bahn zu transportieren?

Nein, ich bin kein Fachmann für LKW-Logistik und schon gar kein Statistiker, aber von außen betrachtet läuft da irgendwie etwas so gar nicht auf Schiene ...

Autos sind seine Leidenschaft. Diese hat Werner Christl, der studierter Pädagoge ist, zu seinem Beruf gemacht. In seinen Betrachtungen und Kommentaren widmet sich der langjährige Motor-Ressortleiter des Weekend Magazins den täglichen Herausforderungen im Leben eines Autofahrers.

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Author: Ute Daniela Rossbacher , 19.03.2020