Kurz-Test: Land Rover Discovery - der WILD-HYBRID

Ein Discovery ist eine Mischung aus brutalem Geländewagen und Nobellimo im SUV-Kleid. Wobei die Geländefahrt zwar für den Disco brutal sein mag - der Fahrer spürt erst Steine in Felsengröße. Wir haben den neuen Discovery im Gelände (Melk ÖAMTC Fahrtechnikzentrum) sowie auf der Straße gefahren. Im Gelände gab es keine besonderen Überraschungen. Der Discovery ist und bleibt eine Benchmark auf Sand, Schmutz, Geröll und Dreck. War eh nicht anders zu erwarten! Sehr gut gefallen hat uns die 3D-Kamera, die im Gelände eine gute Figur macht. Untersetzungen, verschiedene Geländefahrmodi versehen brav den Dienst und lassen den Fahrer zum Passagier werden. Wie gesagt: Luftfederung, Bergabfahrassistent oder intelligenter Allrad bügeln so manche bergige Geröllhalde zurecht. Aber man hat halt trotzdem versucht etwas zu verbessern. So gibt es einen neuen Wat-Modus. Der trocknet unter anderem nach dem Durchfahren eines Flüsschens die Bremsen, indem diese automatisch betätigt werden. Mangels Fluss und Schlammloch konnten wir das nicht testen, aber wir glauben das Land Rover. Wer möchte, kann den 73.687,- Euro (Startpreis) teuren Discovery fast einen Meter unter der Wasseroberfläche versenken, ohne dass man absäuft (0,9 Meter Wattiefe).

Was ist neu am Land Rover Discovery 2021? Äußerlich wurde sanft verfeinert. Also beispielsweise im Bereich der LED-Scheinwerfer, bei den Heckleuchten oder Stoßfängern. Insgesamt hat man versucht alles etwas zu glätten. Auch am Kühlergrill haben die Designer Hand angelegt. Im Inneren fällt gleich das neue 11,4-Zoll-Display (PIVI PRO)ins Auge. Generell wirkt das Infotainment-System extrem modern. Der Screen (curved) bietet hohe Auflösung. Interessant ist die 3D-Kartendarstellung des Navi. Wirkt aufgrund der Größe des Bildschirms sehr übersichtlich. Die Mittelkonsole wurde im Zuge des neuen Touchscreens auch gleich modernisiert. Neu auch die Möglichkeit zwei Telefone (Beifahrer und Fahrer) zu koppeln. Zudem sind auf Wunsch zwei Simkarten im System vorhanden - so gibt es weniger lästige Datentransfer-Schwankungen. Der Drive-Select, also der Automatikwahlhebel, wurde ebenfalls neu gestaltet. Genauso das 4-Speichen-Lenkrad. Und dann wäre da noch ein neuer Innenraumfilter für alle die Pollen nicht riechen können. In Sachen Sicherheitsassistenten ist alles An Bord, was nutzvoll ist - darf man aber bei dem Preis ohnehin erwarten.

Die Motoren. Land Rover elektrifiziert derzeit die ganze Flotte. Ein 48V-Mild-Hybrid-System kommt zum Einsatz. So sind die neuen Motoren mit Mild-Hybrid ausgestattet. Genauer gesagt die beiden 3-Liter-Diesel mit 249 und 300 PS, sowie der Dreiliter-Benziner (360 PS). Zusätzlich gibt es auch noch einen 300-PS-Benziner mit zwei Litern Hubraum. Und wer ist so die Zielgruppe? Na ja, man muss nicht unbedingt in der Kalahari wohnen, um die Vorzüge des Disco zu genießen. Flussdurchquerungen und annähernd senkrechte Steilwände gehören in der Regel natürlich nicht zum alltäglichen Fahrprofil eines Österreichers. Allerdings lieben wir die Ruhe im Cockpit, enorm viel Platz, tolle Technik, Sitze, die wir gerne im Wohnzimmer hätten und andere Nettigkeiten des neuen Discovery. Die wahren Abenteuer sind ja ohnehin im Kopf, wie wir wissen. Ja, den hätten wir jedenfalls gerne, aber da müsste auch das Bankkonto mitspielen...

Land Rover schickt nun die fünfte Generation des Discovery ins Rennen. Im Cockpit gibt es unter anderem einen neuen Automatik-Schalthebel und ein riesiges 11,4-Zoll-Display mit sehr cooler Menüführung. Dazu eine neue 3D-Kamera, die vor allem im Gelände sehr sinnvoll ist.

Autor: Werner Christl, 02.04.2021