Concept Path 22: Diesen Scrambler muss man sehen

Für alle Nicht-Motorradler: Die ersten Scrambler stammen aus den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Sie waren modifizierte Straßenmaschinen, die mit grobstolligen Reifen, etwas mehr Federweg und einem hoch gelegten Auspuff für Fahrten abseits befestigter Straßen fit gemacht wurden. Mit etwas Interpretationsgeschick lässt sich einer Scrambler dank der erwähnten Umbaumaßnahmen eine Abkehr von etablierten Standards und Konventionen andichten. Die BMW Concept Path 22 ist jetzt das Ergebnis der Zusammenarbeit der Organisatoren von Wheels & Waves, dem Motorradclub Southsiders MC, dem Künstler Ornamental Conifer und der Surfboard-Manufaktur Dyer Brand.

Gleiches Zentrum mit edlen Anbauten

Im Zentrum des Mopeds steht weiterhin der BMW-Zweizylinder-Boxer-Motor mit 1,2 Liter Hubraum, 110 PS und 119 Newtonmeter Drehmoment. Neben den eher rustikalen Elementen wie den Stollenreifen oder dem Schutzgitter vor dem klassischen Rundscheinwerfer lassen sich aber auch hochwertige Details wie die gesteppte Leder-Sitzbank, die ebenfalls mit Leder bezogenen Griffe oder die Endrohre aus rostfreiem Edelstahl im typischen Scrambler-Stil ausmachen. Dazu gesellen sich in die Lenker-Enden integrierten Blinker, kontrastfarbige Frästeile und die gleichermaßen gefräste Alu-Räder.

Kunst und Sport treffen auf ein Motorrad

Scheinwerfertopf, Tank und der Kotflügel der Concept Path 22 wurden von Ornamental Conifer bepinselt. Stilisierte Schrift und grafische Ornamente spielen dabei eine zentrale Rolle. Ein besonderes Highlight an dem Premierenstück ist ein aus Aluminium und Leder gefertigter Surfbretthalter an der rechten Seite des Fahrzeugs. Er lässt sich an unterschiedliche Boardgrößen anpassen. Wird er nicht gebraucht, verschwindet er zusammengeklappt in der Silhouette des Bikes oder kann einfach demontiert werden. Die dazu passenden Bretter fertigte Dyer Brand aus San Diego. Die Firma ist berühmt für ihre Custom-Boards, die ihre Inspiration auch in den 1950er-Jahren finden.

Namensfindung und geheime Surfer-Spots

Der Name "Path 22" bezieht sich übrigens auf einen geheimen Surf-Spot in Europa: Dieser besondere Strandabschnitt liegt unerreichbar für Autos an der südfranzösischen Atlantikküste, der einen halbstündigen Fußmarsch durch einen der größten Pinienwälder Europas erfordert. Der Pfad, der zu diesem Spot führt, trägt die Nummer 22. Ob die BMW-Scrambler den geheimen Strandabschnitt erreichen könnte und ob man das Konzept jemals käuflich erwerben kann? BMW, wir fordern Antworten.

Autor: Ute Daniela Rossbacher, 19.06.2015