Wie schnell verschleißen Autoteile?

Nichts hält ewig, nicht einmal unsere Autos. Verschleiß oder auch einfach nur zunehmendes Alter sorgen dafür, dass die Haltbarkeit von Autoteilen begrenzt ist. Passiert das Unvermeidliche, sollten Sie das entsprechende Element schleunigst austauschen, damit Ihr Fahrzeug auch weiterhin problemlos funktioniert und die Nutzung sicher ist.

Bestimmte Teile verschleißen schneller als andere, und es kann Faktoren geben, wie z. B. die Fahrumgebung (Vorort, Stadt, City), Wetter- und Klimabedingungen (Winter oder Sommer, Fahrstil usw.) die diesen Prozess beeinflussen.

Einige Autoteile müssen nach einer bestimmten Anzahl von Jahren oder gefahrenen Kilometern ausgetauscht werden, während andere regelmäßig von Ihnen selbst überprüft und gemessen werden sollten.

Um zu wissen, ob Ihre Autoteile ihre Haltbarkeit möglicherweise überschritten haben, ist es wichtig, deren Alter zu kennen. Sind Sie sich unsicher, ob ein Element seine Lebensdauer nicht bereits überschritten hat, sollten Sie es von einem Fachmann in einer Kfz-Werkstatt unter die Lupe nehmen lassen.

Die Haltbarkeit hängt natürlich einerseits von der Art des Teils ab, andererseits spielt aber auch die Nutzung des Autos eine große Rolle. Fahren Sie sehr viel, verschleißen die einzelnen Elemente selbstverständlich schneller, als wenn Sie nur wenige Fahrten im Jahr unternehmen. Im Folgenden listen wir die üblichen Zeiträume bzw. Distanzen auf, nach denen die Haltbarkeit bestimmter Autoteile in der Regel überschritten ist:

Bremskomponenten

Einwandfrei funktionierende Bremsen und alle dazugehörenden Komponenten sind für die Sicherheit im Straßenverkehr unverzichtbar. Irgendwann sind Bremsbeläge allerdings abgenutzt, die Scheiben verschlissen. Deshalb sollte die Bremsanlage bei jedem Werkstattbesuch auf ihre Funktion und den Verschleißzustand überprüft werden. Bremsklötze sollten unterhalb von zwei Millimetern Restbelag erneuert werden, Trommelbremsbacken spätestens bei einem Millimeter. Wie lange Bremsscheiben und Bremsbeläge halten, hängt nicht von der Fahrleistung, sondern vor allem von der Fahrweise und der daraus resultierenden Beanspruchung ab. Bei vorausschauendem Fahrverhalten schaffen Beläge im Schnitt 100.000 Kilometer. Bei intensivem Fahrverhalten können es auch nur 15.000 bis 30.000 Kilometern sein. Die Lebensdauer von Bremsscheiben liegt bei vorsichtigem Fahren durchschnittlich bei 100.000 bis 150.000 Kilometern.

Kupplung

Auf den Verschleiß der Kupplung haben Autofahrer viel Einfluss. Durch die Reibung beim Schalten nutzt sich Ihre Kupplung mit der Zeit ab. Probleme mit der Kupplung sind heutzutage jedoch eher selten. Die meisten Komponenten sind sehr langlebig und halten meist 100.000 Kilometer. Ist sie früher hinüber, liegt es an einem Defekt im Umfeld – oder am Fahrer. Der Wechsel der Kupplung ist eine aufwendige Reparatur, die eine Fachwerkstatt durchführen sollte.

Luftfilter

Der Luftfilter schützt den Motor des Autos vor Verunreinigungen in der angesaugten Luft. Dieses Teil muss in der Regel alle 40.000 Kilometer ausgetauscht werden oder möglicherweise früher, wenn Ihr Fahrzeug auf schmutzigen oder kiesigen Straßen gefahren wird, wo große Mengen an Partikeln aufgewirbelt werden können. Ist der Luftfilter durch Schmutzpartikel zu stark verunreinigt, wird er im Rahmen der Inspektionsintervalle gewechselt. Wird zu lange mit einem verschmutzten Luftfilter gefahren, kann sich das Abgasverhalten des Motors verschlechtern und sein Verschleiß erhöhen. Der Arbeitsaufwand sowie die Kosten für den Luftfilterwechsel sind in der Regel gering.

Reifen

Eine bestimmte Lebensdauer gibt es für Reifen nicht. Die Gummimischung härtet jedoch mit der Zeit aus, wird porös und rissig. Deshalb empfiehlt es sich spätestens nach zehn Jahren einen Wechsel in Betracht zu ziehen. Das Reifen-Alter erkennen Sie über die DOT-Nummer an der Reifenflanke. Für die Profiltiefe der Reifen gibt es hingegen klare Vorgaben. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe an Autoreifen beträgt 1,6 Millimeter. Empfehlenswert sind 3 Millimeter für Sommer- und 4 Millimeter für Winterreifen. Wichtig ist hierbei, dass die Reifen nicht ungleichmäßig abgelaufen sein sollten und die Profiltiefe an einzelnen Stellen keine Abweichungen von über einem halben Millimeter aufweist.

Um übermäßigen Verschleiß an den Pneus zu vermeiden, sollte der Luftdruck regelmäßig geprüft werden.

Tipp: Überprüfen Sie die Profiltiefe von Winter- und Sommerreifen immer vor dem saisonalen Räderwechsel.

Scheibenwischerblätter

Scheibenwischer sollten nach einem oder 2 Jahren ausgetauscht werden. Sie müssen deswegen aber nicht nach Ablauf der Zeit zwangsläufig gewechselt werden. Wer keine Schlieren sieht, mit dem Wischergebnis zufrieden ist, kein Quietschen oder Hoppeln wahrnimmt oder bereits spröde, rissige Wischerblätter erkennt, kann seine Scheibenwischer natürlich weiter benutzen.

Stoßdämpfer

Zu oft zu viel geladen, viele Kilometer auf schlechten Wegen gefahren – das sorgt für Verschleiß und für zunehmend unruhiges Fahrverhalten. 80.000 Kilometer sollten die Dämpfer aber halten. Danach sollte ein Wechsel vorgenommen werden.

Zahnriemen

Hier ist besondere Vorsicht geboten, denn ein gerissener Zahnriemen kann einen Motorschaden hervorrufen. Der Wechsel ist nach Vorgabe des Herstellers ab etwa 50.000 Kilometer fällig, bei neueren Autos sind die Intervalle länger. Im Falle eines Motorschadens können Sie beispielsweise als ADAC-Mitglied Sofort-Hilfe in Anspruch nehmen.

Zündkerzen und Glühstifte

Beim Benzinmotor entwickeln sich im Laufe der Zeit auf den Zündkerzen Ablagerungen, die deren Funktion beeinträchtigen können. Gleiches gilt für die Glühstifte beim Dieselmotor. Viele Hersteller schreiben das Wechseln der Zündkerzen genau vor. Die Intervalle für einen Wechsel variieren natürlich je nach Modell, Material und Hersteller. Im Serviceheft Ihres Autos sollten Sie die genauen Intervalle für einen Wechsel finden können. Im Durchschnitt sind herkömmliche Zündkerzen nach ca. 30.000 Kilometern verbraucht. Weiterentwickelte und moderne Zündkerzen bewältigen zum Teil auch Fahrleistungen von bis zu 60.000 Kilometern. Glühstifte (auch bekannt als Glühkerzen) sorgen für eine schnelle Erwärmung des Brennraums bei Dieselmotoren. Mit der Zeit werden Sie immer weniger heiß, der Startvorgang dauert länger - ein klassisches Beispiel für Verschleiß. Durch den Hersteller vorgegebene Wechselintervalle sind eher selten. Glühkerzen wechselt man daher am besten, wenn sie Probleme machen bzw. man mit Startschwierigkeiten und unrundem Motorlauf zu kämpfen hat.

Öl und Ölfilter

Der Öl-Wechsel gehört zu einer einfachen Arbeit an Ihrem Fahrzeug. Als Laie kann man die wichtigsten Flüssigkeiten-Checks am Auto selbst erledigen. Es ist wichtig, immer das richtige Öl zu nutzen und nicht unnötig unterschiedliche Öle miteinander zu vermischen. Wir empfehlen die Ölwechsel-Intervalle nach Hersteller-Angaben einzuhalten. Die einzuhaltenden Intervalle für den Öl-Wechsel hängen von verschiedenen Faktoren ab:

  • Gefahrene Kilometer: Je nach Fabrikat soll man nach 15.000 bis 40.000 km einen Öl-Wechsel vornehmen.
  • Fahrumgebung und Nutzung: Ist es ein Stadtauto? Sind Sie Vielfahrer? Fahren Sie viele Kurzstrecken?
  • Zeit: Ein weiterer Richtwert, wenn man sein Auto durchschnittlich viel fährt (ca. 10.000 bis 15.000 km pro Jahr) sind 1,5–2 Jahre zwischen jedem Öl-Wechsel.

Halten Sie jedoch keinen starren Wartungsintervall ein, bei dem Sie sich z. B. nur an den gefahrenen Kilometern oder nur der Zeit orientieren. Reagieren Sie lieber flexibel darauf, welchen Wert Sie zuerst erreichen.

Autor: Weekend Online, 13.08.2021