Werners Auto-Blog: Autos haben den bösen Blick

Autos haben eindeutig Gesichter: Ein VW Käfer war lange der Inbegriff vom lieben kleinen Auto mit treuen Kulleraugen. Überhaupt hatten früher Autos mehrheitlich einen oft lieblichen bis leicht doofen Blick. So musste man einen Fiat 500 dafür einfach gern haben.

Und heute? Das Kindchenschema hat sich in Lord Voldemort oder Herr Gollum aus "Herr der Ringe" verwandelt. Ich muss schon froh sein, wenn ich im Rückspiegel Autos mit "nettem" Darth Vader-Blick sehe. Das Gesicht bzw. die Scheinwerfer mit irrem Blick, der Kühlergrill in Haifischmaul-Optik und dazu noch LED-Tagfahrlichter, die teilweise an Fangzähne von Dracula erinnern! Als Draufgabe dann noch ein vornehmlich in Bad Guy-Schwarz lackiertes Auto. Wenn dann noch als Highlight ein Grantler mit stressverzerrtem Gesicht am Lenkrad sitzt, kommt endgültig Depristimmung auf.

Hier sei nebenbei erwähnt, dass ich mir den erhobenen Zeigefinger sparen kann, weil ich selbst ein Voldemort-Auto fahre. Dieses Phänomen beschränkt sich übrigens nicht auf SUVs, Sportwagen oder Mittelklasse, auch die ganz Kleinen schauen mich wie meine Kinder an, wenn ich ihnen das Handy wegnehme. Warum das so ist? Keine Ahnung!

Momentan hat das Auto schwer mit dem Image des Bösen zu kämpfen - vielleicht schaut das Auto deshalb einfach böse zurück. Detail am Rande: Der Inbegriff des athletisch-rassigen Sportlers, der Porsche 911, grinst mit Kulleraugen wie ein Bussibärli! Na, geht doch!

Autos sind seine Leidenschaft. Diese hat Werner Christl, der studierter Pädagoge ist, zu seinem Beruf gemacht. In seinen Betrachtungen und Kommentaren widmet sich der langjährige Motor-Ressortleiter des Weekend Magazins den täglichen Herausforderungen im Leben eines Autofahrers.

>>> Alle Artikel von Werner Christl

Autor: Ute Daniela Rossbacher , 19.03.2020