4 alternative Antriebe: Wem gehört die Zukunft?

E-Fuel - keine Umstellung!

Mobilitäts-Traditionalisten träumen von E-Fuels, auch unter synthetischem Benzin bekannt. Diese Technologie steckt noch in den Kinderschuhen und ist frühestens in einem Jahrzehnt markt­reif. Man könnte aber mit dem E-Fuel konventionelle Brenner ohne CO2-Emissionen betreiben. Also ein 1.600-PS-Bugatti im Klimaschonmodus? So einfach ist es leider nicht, denn für die Herstellung wird CO2 aus der Luft entnommen und in Benzin umgewandelt. Der Energieaufwand (vor allem Strom) dafür ist sehr hoch.

Sollten E-Fuels zukünftig angeboten werden, muss sich niemand umstellen. Statt Benzin oder Diesel kommt dann nämlich einfach E-Fuel aus dem Zapfhahn. Die Betankung des eigenen Autos ist damit flugs wieder erledigt. Auch die Motoren bestehender Autos können eventuell adaptiert werden, da die ­Forschung aber dazu noch im Gange ist, ist dies jedoch noch nicht ganz gesichert.

Wasserstoff - O'zapft is!

Getankt wird Wasserstoff, der durch eine Brennstoffzelle in Strom verwandelt wird und das Auto CO2-neutral antreibt. Das große Problem ist die aufwendige Herstellung von Wasserstoff und das derzeit noch magere Tankstellennetz. Andere Hersteller sehen Wasserstoff eher bei Lkw als Zukunftstechnologie.

Die Betankung eines Wasserstoffautos unterscheidet sich nicht allzu stark von einem Verbrenner. Man steckt einen Hahn auf einen Stutzen, verriegelt diesen und die Betankung kann starten. Der Wasserstoff wird dann mit hohem Druck innerhalb von ein paar Minuten in die Tanks gepumpt. Der Aufenthalt an der Tankstelle dauert nur rund fünf Minuten. Alleine, es gibt derzeit fast keine Wasserstofftankstellen.

Erdgas - schnell aber laut!

Der CNG-Antrieb wird vor allem vom VW-Konzern forciert. SEAT gilt als Aushängeschild und bietet viele Modelle optional mit Erdgasmotor an. Der Vorteil gegenüber Benzin: rund 35 Prozent weniger CO2-Emissionen mit Erdgas und rund 95 Prozent weniger mit Bio-Erdgas. Nachteil: aufwendig konstruierte Tanks und geringfügiger Leistungsverlust beim Motor. Auch das Betanken ist etwas komplizierter als beim reinen Verbrenner.

Erdgas wird, sehr ähnlich wie Wasserstoff, per Druck in die Tanks gepumpt. Auch die Zapfhähne und der Stutzen ähneln stark dem Wasserstoffauto. Hahn auf Stutzen, verriegeln und los geht’s. Oft ist der Vorgang ob des großen Drucks sehr laut und es pfeift einem an der Tankstelle um die Ohren. Zeitlich ist die Betankung eines CNG-Autos jedoch schnell erledigt und die Reichweiten sind mehr als alltagstauglich. Auch das Tankstellennetz ist gut ausgebaut.

Elektro - der Kandidat mit Führungsanspruch

Der klassische batterieelektrische Antrieb setzt sich immer mehr durch. Strom wird in eine mehr oder weniger große Batterie geladen und sorgt für Reichweite. Vorteile: Strom wird direkt in die Batterie geladen. Kommt der Strom aus erneuerbaren Quellen, ist das Fahrzeug lokal emissionsfrei unterwegs. Hohe Effizienz des Motors. Nachteile: Batterien mit hohen Kapazitäten sind schwer und teuer. Kleine Batterien bieten nur kurze Reichweiten.

Die Batterie eines E-Autos ist nicht in zwei Minuten wieder voll. Je nach Ladegeschwindigkeit des Autos und der Säule dauert es. Bis zu 300-kW-Säulen sind derzeit verfügbar, diese Leistung lassen aber nur wenige Stromer zu. Alles über 100 kW Ladegeschwindigkeit gilt als Hypercharging. Da ist der Aufenthalt an der Säule oft nicht viel langwieriger als eine kleine Pipipause inklusive Kaffee. Am sinnvollsten ist es, sofern möglich, zu Hause eine Wallbox zu installieren und über Nacht zu laden.

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Schritt №541658

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Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 14.09.2021