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Say-Cheese / iStock / Getty Images Plus

Heiß auf Eis

09.07.2024 um 08:23, Andreas Hamedinger
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Kalte Köstlichkeiten. Was wären ein heißer Sommertag, ein Nachmittag mit Familie und Freunden oder ein Badeausflug mit den Kids ohne eine leckere Kugel Eis?

Gelati, Gelati ... Längst brauchen Liebhaber von gefrorenen Köstlichkeiten nicht mehr auf den Italien--Urlaub warten, die oberösterreichischen Eismacher können locker mit dem Niveau der südlichen Gelati-Erzeuger mithalten. Und sie zeigen auch geschmackliche Kreativität: Topfen-Rhabarber, Butterbrot mit Honig oder Kürbiskernöl lassen neue Geschmackserlebnisse entstehen. Dazu gesellen sich noch gefrorene Spezialitäten mit Whisky aus dem Mühlviertel, Eierlikör oder exklusive Schokoladensorten. Und im Zeichen moderner Ernährungstrends dürfen auch vegane beziehungsweise laktosefreie Eisspezialitäten nicht fehlen.

Trend-Sorte 2024 & die Klassiker. Geht es nach den Eissalonbetreibern, ist Kaffee-Eis dieses Jahr Kult: Sei es mit besonderen Toppings oder ganz klassisch. Die koffeinhaltige Erfrischungsbombe soll besonders  beliebt sein. Doch abseits dieses Trends und neuer Kreationen – welche Sorte ist bei den Oberösterreichern besonders beliebt? Die Klassiker Vanille, -Erdbeere, Schokolade, Haselnuss, Zitrone, Amarena sowie Pistazie werden sich wohl auch dieses Jahr einen -kalten Kampf um die Gunst der Eisliebhaber liefern.

Eis des Jahres. Dass Speiseeis auch den kulinarischen Zusammenhalt der Europäer widerspiegelt, zeigt sich jedes Jahr mit der Initiative „Europäisches Eis des Jahres“. Diesmal lieferten die belgischen Eismacher eine besondere Überraschung. Entschieden haben sich die Profis für eine nicht nur in Wallonien, sondern auch in Flandern beliebte Süßspeise in Eisform: nämlich „Lütticher Waffeln“. Dabei handelt es sich um Vanille-Zimt-Eis mit (gesalzener) Butter, garniert mit Waffeln. Wie die Sorte in den jeweiligen Eissalons konkret umgesetzt wird, bleibt übrigens der Fantasie und Kreativität der heimischen Eismacher überlassen.

Geschmack der Heimat. Doch wie sieht es eigentlich bei den persön-lichen Vorlieben der Gelati-Meister aus? „Einen Tag ohne Eis gibt es für mich nicht. Meine Lieblingssorten sind Pistazieneis, aber auch Bergamotte, der Geschmack meiner Heimat Kalabrien“, erzählt Carmelo Surace. Und um den bestmöglichen Geschmack zu erreichen, setzt der Speiseeis-Experte mit italienischen Wurzeln bei seinen Eisspezialitäten auf Qualität bei den verwendeten Lebensmitteln: „Unsere Eissorten werden täglich frisch in der Eismanufaktur in Traun hergestellt, und wenn möglich kommen die Zu-taten wie -beispielsweise die Frischmilch von regionalen Herstellern. Die -Pistazien beziehen wir seit Jahren von einem Bauern aus Bronte in Sizilien, ebenso verarbeiten wir nur sizilianische Zitronen. Auf der Suche nach den besten Zutaten arbeiten wir häufig mit Lieferanten, die das Team auch persönlich kennt, zusammen.“

Sieger in Oberösterreich. Dass das Eis aus dem Hause Surace auch bei den Feinschmeckern ankommt, zeigt die Gourmet-Community von „Falstaff“. Brandaktuell wurde die Surace Gelateria Linz Landstraße  von dieser für das Jahr 2024 zum beliebtesten Eissalon Oberösterreichs gewählt. Carmelo Surace dazu: „Im Jahr 1960 eröffnete mein Großvater in Kalabrien die erste Gelateria im Ort. Täglich stellte er mit einer Eis-maschine von Hand sechs frische -Sorten her. Diese Leidenschaft für hochwertiges Gelato lebt in mir und jetzt in Oberösterreich fort. Die soeben erhaltene Auszeichnung -würde meinen Großvater sicher unglaublich stolz machen.“

Experten Tipp

Woran erkennt man gutes Speiseeis?
Hochwertiges Gelato kann man an mehreren Faktoren erkennen. Eines der wichtigsten Merkmale ist die Cremigkeit. Außerdem sollte es sich im Mund niemals extrem kalt anfühlen oder gar Eiskristalle bilden. 

Ist Gelato etwas anderes als Eiscreme?
Gelato wird aus frischen, natürlichen Zutaten hergestellt. Aus Milch, Zucker, Früchten, Nüssen, Schokolade usw. Man könnte auch Eier dazugeben, was wir bei Surace jedoch nicht machen. Industriell gefertigte Produkte nennt man Eiscreme. Sie sind durch Konservierungsmittel viel länger haltbar und meist luftig aufgeschlagen. Luft ist wichtig, denn sonst würde es kein Gelato, sondern ein gefrorener Eisklotz sein. Es macht aber einen Unterschied, wie viel Luft in der Eismaschine eingeschlagen wird. Bei uns sind es rund 20 Prozent. Bei der indus-triellen Eisherstellung können es durchaus bis zu 120  Prozent sein. 

Weniger Zucker.  Doch manchmal muss man mit Traditionen brechen, das gilt auch für die Herstellung von Speiseeis. Angesichts des steigenden Bewusstseins für gesunde Ernährung und des Trends, weniger Zucker zu konsumieren, kam Surace daher schon vor vielen Jahren auf die Idee, zuckerreduziertes Speiseeis zu erzeugen. Doch wie soll man das bewerkstelligen? Schließlich ist Zucker für die -Eiskonsistenz wichtig. Denn wenig Zucker lässt Eis schnell hart werden und damit das Geschmackserlebnis schwinden. Surace: „In Zusammen-arbeit mit den Experten von der -Universität in Parma gelang es, durch den Einsatz von innovativer, neuer Produkttechnologie den Zuckeranteil zu reduzieren, ohne dabei Geschmack, Cremigkeit oder Genuss zu verlieren. So ist unser ‚Surace Senza Gelato -naturale‘ – das auch keine künst-lichen Süßstoffe enthält – entstanden, das es in unseren Gelaterias und im Becher to go zu genießen gibt.“ Und auch einem anderen Trend trägt man bei den Eismachern von Surace Rechnung, wie der Firmenchef erklärt: „Veganes Gelato ist und wird immer beliebter. Dieses wird auch vermehrt nachgefragt. So bieten wir neben veganem Fruchteis auch immer mehr vegane Cremeeissorten – wie Pista-zien-Mandel-Eis oder auch Tropical Cheesecake – an. 

Wussten Sie...

... dass das erste Speiseeis vermutlich in China hergestellt wurde? -Gelagertes Eis beziehungsweise Schnee wurde dafür mit Honig oder Früchten vermischt. -Diese Praxis war auch im antiken Rom bekannt. Die römischen Kaiser ließen Schnee und Eis von den Apenninen zur Eisherstellung bringen.

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