Werners Papa-Blog: Die Milchkrise - Teenager im Ausnahmezustand

Dies ist eine Antwort auf den Eintrag von Philipp Eitzinger vom 25. März...

Lieber Philipp!

Unsere Lage ist zwar ähnlich, aber komplett anders... Meine Frau und ich kämpfen mit ganz trivialen Dingen. So plündern meine Burschen (13 und 16 Jahre) auf erschreckend schnelle Weise in regelmäßigen Abständen den Kühlschrank.

Unsere Milchkrise, an der wir schon seit einigen Jahren kiefeln, hat sich (seitdem alle daheim sind) enorm verstärkt. Sechs Liter Milch in drei Tagen sind neuer Rekord. Hochgerechnet wären das um die 60 Liter pro Monat. Habe deshalb auf Amazon nachgesehen, ob es da vielleicht Milchkühe zu kaufen gibt. Wie du dir vorstellen kannst... NEIN! Eine Weidezaun gäbe es, aber der bringt mir ohne Kuh relativ wenig.

Wer hamstert bitte Frischmilch?

Das Problem bei unserer Milchkrise? Wenn wir einkaufen gehen und mehr als zehn Liter Milch in den Einkaufswagen legen, werden wir derzeit schief angesehen. „Aha, die hamstern Milch“, lese ich da oft in den Gesichtern. Zur Info: Kein Mensch kauft Frischmilch, um diese zu hamstern! Das Ablaufdatum von Frischmilch steht da schon leicht im Weg.

Vor allem aber nehmen uns zehn bis zwölf Liter Milch im Kühlschrank viel Platz weg. Den Gedanken an ein Kühlhaus habe ich übrigens wieder verworfen: Der einzige Grund warum man sich ein solches Kühlhaus anschaffen sollte, wäre einen Rückzugsort zu haben, wo keiner hin will.

Des Wahnsinns fettarme Beute

Einen Ausweg aus dieser Milchkrise haben wir jedenfalls noch nicht gefunden. Zugangsbeschränkungen (z.B.: Vorhängeschloß) in Sachen Milch sind der falsche Weg. Eine Umstellung auf fettarme Milch hatte zur Folge, dass der Milchverbrauch statistisch gesehen noch weiter anstieg. Das gute an der Geschichte? Laktoseunverträglichkeit gibt es bei uns anscheinend nicht.

Außerdem wachsen beide sehr schnell, was ich auf den Milchverbrauch zurückführe. Ob das gesund ist? Für die Milchwirtschaft sicher! Für die Burschen? Naja. Eine Aufklärung dahingehend in einem 6-Augen-Gespräch hatte in etwa den gleichen Erfolg wie das Handyfasten. Meine Jungs schauten mich an, als hätte mich der Wahnsinn endgültig erwischt. Dazu ein mitleidiges Grinsen!

Soviel zu unseren ganz trivialen Themen – hast auch du mit dem Trivialen zu kämpfen? Ich hab immer ein Ohr für dich...

Ganz nebenbei...

Heute morgen bin ich zum Kühlschrank gepilgert, um mir Milch für den Kaffee zu holen. Nun,was soll ich sagen? Den Kaffee habe ich schwarz getrunken. Die Milch war aus!

Weekend-Redakteur Werner Christl ist Journalist und verbringt gerne viel Zeit mit der Familie. Dazu hat er derzeit durch die Corona-Krise viel Gelegenheit...Er ist gelernter Lehrer, was er laut eigenen Aussagen daheim derzeit nicht immer bemerkt. So manche seiner pädagogischen Maßnahmen verläuft im Sand.

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Autor: Philipp Eitzinger, 06.07.2020