Einsatzbereit: Helden im Wasser

In ihren rot-gelben Uniformen sind sie zur Stelle, wenn Wassersportler und Schwimmer in Not geraten. Sie bergen Mensch und Boot aus Gewitterstürmen und Flüssen, wachen bei Sportveranstaltungen und rücken zu Hochwassereinsätzen aus – und das alles ehrenamtlich. Die Mitglieder der Kärntner Wasserrettung sind Lebensretter und Helden.

Cap Wörth

Stilecht - mit Badeschlapfen an den Füßen - empfängt uns Bruno Rassinger, Landesleiter der Kärntner Wasserrettung im Ausbildungszentrum Cap Wörth am Wörthersee. Dieses wird von der Wasserrettung und vom Roten Kreuz genutzt und ist daher das ganze Jahr über gut gebucht. Im Hauptberuf Polizist rückt Rassinger seit knapp 20 Jahren als Wasserretter aus. Bis vor Kurzem war er noch Einsatzstellenleiter am Faaker See, nun ist er Chef von 1.500 aktiven Kärntner Mitgliedern.

See & Fluss

„Unser Motto lautet: Jederzeit einsatzbereit und einsatzfähig zu sein, um kostbares Menschenleben vor dem nassen Tod zu bewahren. Dazu aus jedem Nichtschwimmer einen Schwimmer und aus jedem Schwimmer einen Rettungsschwimmer zu machen“, erklärt der 47-Jährige. Dass Wasserretter nur an Seen anzutreffen sind, stimmt nicht: „Weil sich die Freizeitgestaltung in den vergangenen Jahren massiv geändert hat, sind wir auch für Einsätze an Flüssen ausgebildet und gerüstet. Die Erholungssuchenden und die Adrenalinjunkies wollen immer mehr erleben und sind deshalb beim Kajaken und Canyoning in mitunter reißenden Gewässern unterwegs“, so Rassinger.

Hochsaison

Die meisten Einsätze gibt es im Hochsommer, in der Ferienzeit. Doch nicht nur das gewitteranfällige Wetter macht das heurige Jahr zu einem „speziellen“ für die Wasserretter. Wurden 2017 im gesamten Jahr fünf Menschen tot geborgen, sind es 2018 (Stand: 16. 7.) schon vor der Hauptsaison eben so viele. „Wir verzeichnen heuer mehr Einsätze als in den Vergleichszeiträumen vergangener Jahre. Die Steigerung lässt sich durch die Wetterkapriolen und durch Unfälle, die keine Badetode im herkömmlichen Sinn waren - etwa der Fischer am Faaker See, der aus dem Boot gefallen ist - erklären“, so Rassinger.

Tipps

Für Wasserratten hat Rassinger folgende Tipps parat: 1. Richtig handeln. Wenn jemand in Not ist: Notruf absetzen, beruhigend einwirken und einen Rettungsring, eine Boje zuwerfen. Sicherheitsabstand wahren: Opfer sind panisch und können sich mit aller Kraft am Helfer festklammern. 2. Stilles Untergehen. Kinder, die im Wasser in Not geraten, verkrampfen und gehen lautlos unter. Deshalb: Kids immer im Auge behalten. 3. Wetterlage beobachten. 4. Abkühlung. Sanft abkühlen, bevor man schwimmen geht. Es ist ein Schock für den Kreislauf, wenn man aufgeheizt ins Wasser springt. Das kann gefährlich werden.

Facts

  • 24 Einsatzstellen, rund 5.000 Mitglieder davon 1.500 aktive, ehrenamtliche Wasserretter
  • 145.000 Arbeitsstunden im Jahr 2017 (Bäder- & Veranstaltungsüberwachung, Alarmeinsätze, Personensuche, Ausbildung), 775 Erste-Hilfe-Leistungen und 8 Lebensrettungen
  • Notrufnummer: 130
  • Freiwillige sind immer willkommen: www.k.owr.at

Termine

  • Rettungsschwimmkurs Bad Saag 27. Juli bis 4. August
  • Rettungsschwimmkurs Ferndorf Strandbad Ferndorf, 29. Juli bis 5. August
  • Inselschwimmen in Pörtschach 4. August, Treffpunkt: 9 Uhr im Strandbad Pörtschach
  • ​Blaues Band vom Faaker See See-Überquerung, 5. August

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Autor: Mirela Nowak-Karijasevic, 19.07.2018