Lara Vadlau: Die Olympia-Uhr tickt!

Weekend: Die Suche nach einem Segelpartner gestaltet sich schwierig. Wieso?
Lara Vadlau: Da ich nicht besonders groß bin, brauche ich einen Partner mit mindestens 1,80 m Größe und 70 Kilogramm. Abgesehen davon befinden sich ja derzeit alle Kollegen bereits im Training.

Weekend: Muss der Funke überspringen oder sind nur die sportlichen Kriterien wichtig?
Lara Vadlau: Ich bin nicht auf der Suche nach einer neuen Freundin oder einem neuen Freund, aber die Sympathie muss schon da sein. Zum Glück kann ich in der Regel ganz schnell abschätzen, ob ich mit jemanden kann oder nicht.

Weekend: Die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 wackelt also?
Lara Vadlau: Ja, wenn ich bis August keinen neuen Partner gefunden habe, kann ich nicht nach Tokio fahren.

Weekend: Sie fischen derzeit auch in fremden Gewässern und laden Kollegen aus anderen Sparten zum Training?
Lara Vadlau: Ja, ich habe in den vergangenen Tagen mit der Eisschnellläuferin Vanessa Herzog trainiert. Die Tests sind gut verlaufen. Ich habe aber noch keine Entscheidung getroffen.

Weekend:Sie haben eine steile Karriere hinter sich. Haben Sie Angst vor dem tiefen Fall?
Lara Vadlau:Meinen bisher tiefsten Fall hatte ich in Rio und diesen schweren Brocken musste ich erstmal verdauen. Die Olympischen Spiele folgen eigenen Gesetzen - das konnte ich mir vorher einfach nicht vorstellen.

Weekend: Wie leicht war es für Jolanta Ogar einen Schlussstrich zu ziehen?
Lara Vadlau: Es war ein langer Prozess, doch letztlich musste sie einsehen, dass sie in Tokio 38 Jahre alt wäre - und es einfach nicht mehr mit den 20-Jährigen aufnehmen wird können.

Weekend: Sie sind seit 16 Jahren aktiv. Sind Sie schon müde?
Lara Vadlau: Nein, ich hatte in all den Jahren noch keinen Moment, an dem ich das Handtuch werfen wollte.

Weekend: Was motiviert Sie?
Lara Vadlau: Einerseits hält mich natürlich der Erfolg oben. Und andrerseits der Ehrgeiz, immer besser werden zu wollen und meine eigenen Leistungen übertreffen zu wollen.

Weekend: Und trotzdem macht man sich Gedanken, was nach der Sportlerkarriere kommt?
Lara Vadlau: 34 Jahre ist schon so eine Obergrenze und ich habe noch ein paar Jahre Zeit, dennoch macht man sich natürlich jetzt schon Gedanken darüber. Die Sportlerkollegen aus anderen Sparten verdienen so gut, dass sie für die Zukunft aussorgen können. Wir aber nicht. Zum Glück haben wir durch das Bundesheer eine tolle Unterstützung bei der beruflichen Weiterbildung.

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Autor: Mirela Nowak-Karijasevic, 21.06.2017