Unermüdlich im Einsatz

Noch bevor Gerlinde Bitsche sich als ehrenamtliche Mitarbeiterin für „Rettet das Kind Tirol“ engagiert hat, ist sie schon mit der Hilfsorganisation in Berührung gekommen: „Ich habe die Patenschaft für einen Buben übernommen. Damals habe ich monatlich 25 Euro an die Familie überwiesen und dem Kind zu verschiedensten Anlässen Geschenke zukommen lassen“, so Gerlinde. Im Jahr 2006 nach ihrer Pensionierung hat sie dann das gesamte Projekt Patenschaft übernommen. Damals betreute sie 60, heute sind es hunderte Kinder, für die sie täglich im Einsatz ist: „Rettet das Kind Tirol sucht Kinder aus, die eine dauerhafte Unterstützung benötigen. Diese kommen oft aus Familien, in denen ein Kind eine Behinderung hat und die anderen oft zurückstecken müssen. Das Geld, das ich verwalte, ist nicht nur für Bekleidung, sondern auch für Zirkus- und Kinobesuche oder sonstige Unterhaltungsmöglichkeiten gedacht, die ansonsten nicht leistbar wären“, erzählt die emsige Helferin, die einen Großteil ihrer Freizeit für „Rettet das Kind Tirol“ spendet. Sie wirkt im finanziellen und organisatorischen Bereich, kontrolliert die Zahlungseingänge, kümmert sich um die Verlängerungen der Patenschaften und fungiert als Kontaktstelle zwischen den Paten und den Kindern, da diese anonym sind. Alle drei Monate erfolgen die Auszahlungen und in dieser Zeit ist Gerlinde Bitsche besonders gefordert: „Wenn die Überweisungen anstehen, sitze ich auch schon mal durchgehend, drei bis vier Tage damit auch alles pünktlich ankommt“.

Berührende Geschenke

Ihr Herzblut legt sie aber nicht nur in die finanziellen Belange, sondern sie kümmert sich auch darum, dass die vielen Briefe, Zeichnungen, die bemalten Steine, Handarbeiten und auch selber gebackene Kekse, die von den Kindern liebevoll gebastelt, gemalen und gebacken wurden, bei den Paten ankommen – sei es persönlich oder auf dem Postweg: „Ich bin immer wieder zutiefst berührt, wie einfallsreich die Kinder sind, um den Paten auf diesem Weg zu danken“. Zu Gerlindes Aufgaben gehört auch der telefonische und persönliche Kontakt zu den Familien. Eine besonders traurige Geschichte bleibt ihr wohl in ewiger Erinnerung: „Eine Mutter von drei Kindern hat sich immer mit einem Brief bedankt. Als diese ausgeblieben sind, habe ich die Frau angerufen. Sie hat mir mitgeteilt, dass sie im Krankenhaus liegt, weil sie schwer erkrankt ist. Vierzehn Tage später ist sie verstorben. Selbstverständlich haben wir die Kinder weiter betreut“, sagt Gerlinde betroffen. In den vielen Jahren ihrer freiwilligen Tätigkeit hat sie aber auch erfreuliche Erlebnisse mit ihren Schützlingen gehabt: „Eine Mutter mit einem schwerstbehinderten Säugling hat unser Büro aufgesucht und um eine Patenschaft gebeten. Selbstverständlich hat sie von uns die Unterstützung bekommen und nach zwei Jahren hat sie mit dem Kleinen wieder bei uns vorbeigeschaut. Damals hatte er beide Beine eingegipst. Wieder drei Jahre später, der Bub war inzwischen sieben Jahre alt, konnte er gehen. Meine Freude war groß, denn gerade für dieses Kind haben wir einen sehr großzügigen Paten gefunden. Auf diese Weise konnten erfolgreiche Therapien durchgeführt werden“, erinnert sich Gerlinde.

Freude und Dankbarkeit

Ihr unermüdlicher Einsatz macht ihr Freude, sie fühlt sich gebraucht, wird geistig gefordert und es tut einfach gut, anderen Menschen zu helfen: „Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn man die Dankbarkeit von den Kindern zurückkommt“, sagt sie und findet auch lobende Worte für ihren Mann Alfred, der ihr stets hilfreich zur Seite steht: „Ob bei allen technischen Belangen oder auch bei der Auslieferung der Geschenke vor Weihnachten, er ist mit Leidenschaft dabei“. Viel Anerkennung bekommt Gerlinde von „Rettet das Kind Tirol Obfrau Brigitte Schieferer: „Egal wie viel Arbeit sie hat, die Abrechnungen stimmen immer auf den Cent genau“. Und auch dafür gibt es für Gerlinde ein großes Dankeschön.

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Autor: Conny Pipal , 16.10.2018