Tiermedizin: Hat „Bello“ Zahnweh?

weekend.at: Herr Biebl, die Hasenpest grassiert derzeit unter Wildtieren. Besteht für Hunde oder Katzen Gefahr, sich anzustecken?

Wolfgang Biebl: In einer Studie der Veterinärmedizischen Uni Wien wurde gezeigt, dass Jagdhunde in den österreichischen Gebieten, in denen die Hasenpest regelmäßig vorkommt, häufiger infiziert werden. Hauskatzen scheinen nur wenig empfänglich zu sein. Sehr hoch hingegen ist das Ansteckungsrisiko des Menschen. Bitte keine verletzt oder krank scheinenden Hasen anfassen!

weekend.at: Leiden Hunde und Katzen an Zahnschmerzen?

Wolfgang Biebl: Es beginnt oft mit Zahnstein, Ablagerungen aus Speichel, Bakterien und Futterresten. Wichtig ist es, frühzeitig die Anzeichen zu erkennen: vermehrtes Speicheln, Verhaltensänderung beim Fressen, Ablehnen von Trockenfutter, Schmerzäußerungen beim Fressen, einseitiges Kauen und Zähneknirschen.

weekend.at: Bei welchen Krankheiten kommt Tier-Physiotherapie in Frage?

Wolfgang Biebl: Nach Knie-OP oder nach Unfällen mit orthopädischen und nervalen Schäden und bei Arthrose.

weekend.at: Manche Tierhalter füttern rein vegetarisch. Was ist dazu zu sagen?

Wolfgang Biebl: Rein vegetarische Ernährung halte ich bei Hunden und Katzen für unphysiologisch und nicht tiergerecht. Es gibt Futtermittel am Markt, die Insekten als Proteinquelle nutzen, das würde ich als Alternative vorschlagen, wenn man aus Überzeugung kein Fleisch füttern möchte.

Autor: Simone Reitmeier , 30.06.2020