Hightech-Käfer

weekend: Gratulation, Frau Schicho! Sie haben bei der Puls4-Show „2 Minuten 2 Millionen“ Investor Hans Peter Haselsteiner überzeugt. Er investiert in ihr Start-up 400.000 Euro. Wie war es, auf der Bühne zu stehen?
Michaela Schicho: Ich habe schon viele Pitches gemacht. Ich bin zwar keine Rampensau, es war aber eine interessante Erfahrung vor den Investoren zu stehen und deren Reaktionen zu sehen.

weekend: Würden Sie trotzdem für uns in den Ring steigen und kurz erzählen: Was kann ihr smarter Käfer „Mary“?
Michaela Schicho: Manchmal ist es nicht einfach herauszufinden, wie sich Kinder fühlen, wenn sie nicht wissen, wie sie sich ausdrücken sollen. Mit meinem Start-up Sticklett biete ich sowohl Kleidung als auch den dazugehörigen Vitalmonitor „Mary“ an. Getarnt als kleiner Marienkäfer, kann dieser Applikator ganz einfach an der Kleidung angebracht werden. Darin befinden sich Sensoren, die Atmung, Bewegungsverhalten und Körpertemparaturschwankungen messen und aufzeichnen. Diese Daten werden direkt an eine App gesendet. Steigt die Fiebertemperatur oder setzt zum Beispiel die Atmung bei einem Baby ein paar Sekunden aus, geht auf dem Handy der Eltern ein Alarm los.

weekend: Der nächste Schritt?
Michaela Schicho: Nach drei Jahren Entwicklungszeit ist „Mary“ seit Anfang April nicht nur über den Online-Shop, sondern auch im Handel österreichweit in ausgewählten Bipas erhältlich. Das Starterpaket kostet 299 Euro. Wir werden das Investment nun in Marketing investieren. Wir sind im Aufbau des Teams und suchen zur Zeit verstärkt Vertriebsprofis, um „Mary“ auf den Markt zu bringen. Wer sich angesprochen fühlt, kann sich gerne melden.

weekend: Sie haben die Modelinie Sticklett mit Kleidungsapplikationen 2015 als Ein-Personen-Unternehmen gestartet. Heute stehen die Zeichen stark auf Expansion, Sie mischen mit ihrer mehrfach ausgezeichneten Firma und „Mary“ die E-Health-Branche auf und haben die ersten Mitarbeiter. Was war die größte Herausforderung in den vergangenen Jahren?
Michaela Schicho: Da hat es einige gegeben. Ich kann gar nicht sagen, welche die größte war. Die erste war, Geld aufzutreiben. Mein Mann und ich haben all unsere Ersparnisse ins Unternehmen gesteckt. Die zweite: Viele haben gedacht, dass man das als Frau nicht schaffen könnte. Die nächste war, die Hardware für „Mary“ selber zu machen. Wir haben in den vergangenen Jahren so viel gelernt. Es war wichtig und wertvoll, sich Unterstützung und Tipps von Profis aus den verschiedensten Bereichen zu holen. Mein Mann war von Anfang an mit im Boot. Markus hat mich immer unterstützt und ist immer hinter mir gestanden. Er war auch der Auslöser. Er hat gesagt: Mach das, du schaffst das.

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Autor: Mirela Nowak-Karijasevic, 17.04.2019