Phils Papa-Blog: Koch mich!

Wenn Sie wissen wollen, wie es anderen Redakteurinnen und Redakteuren daheim mit Kindern geht – hier geht's lang zu Werner Christl und Mirela Nowak.

Liebe Leidensgenossen, lieber Werner!

Du sagst, als Mathe-Nachhilfelehrer für deine beiden Teenager bist du in etwa so hilfreich wie ein vom Klassenrüpel geworfener Tafelschwamm.

Mein Mitgefühl ist dir sicher, denn auch bei mir war Mathe die große Achillesferse! Gottlob beschränkt sich die mathematische Nachhilfe-Rolle bei meinem Fünfjährigen auf die Kontrolle, ob er die Punkte in seinem Mal- und Rätselbuch für Kindergarten-Kids auch tatsächlich nach den richtigen, aufsteigenden Reihenfolge verbunden hat.

Das kriegt er hin, und zur Not würd ich's auch gerade noch schaffen.

Ich stehe hingegen vor einem anderen Bildungsproblem - einem kulinarischen. Als klassischer Ex-Student bin ich der wahre Meister der schnellen Nudelgerichte. Ich kann mich und meine Umgebung so versorgen, dass alle satt werden und es akzeptabel mundet. Als "ausgewogene Ernährung" würde ich das aber nicht bezeichnen.

Wir wollen eine Pizza werden

Auch, was die Übersicht über den Hausstand angeht, bin ich typsich Mann - sprich: Wenn meine Frau das nicht im Griff hätte, sähe es düster aus. Sie drapiert sie schon mal in aller Frühe, bevor sie in die Arbeit fährt, Tomaten, Schinken, Mozzarella und eine halbe Stange Lauch im Kühlschrank und schreibt freundlicherweise auf einen Zettel dazu: "Wir wollen alle eine Pizza werden!"

Das ist hilfreich und da kann nimmer viel schief gehen.

Aber oft bin ich auch ziemlich ungeschickt und verheddere mich etwa in dem Versuch, ihm den Unterschied zwischen Taco, Wrap und Dürüm zu erklären. Ich könnte ihm, was weiß ich, alle Formel-1-Weltmeister auswendig aufzählen, aber bei so etwas Banalem muss ich König des nutzlosen Wissens doch das digitale Lexikon bemühen.

Alles hängt irgendwie zusammen

Und weil ihm die Idee von Essen in einer Palatschinkenrolle so gut gefallen hat, schnappt sich der Kleine sein Pizzastück, rollt es zusammen und ist ganz stolz.

Ich auch. Aber wie soll ich ihm erklären, dass er keinen Wrap, sondern eine Calzone fabriziert hat...?

Autor: Philipp Eitzinger , 06.07.2020