Pflegekoordinator schließt Info-Lücken

Das Angebot für Pflegebedürftige ist groß. Doch leider manchmal zu groß und zu undurchschaubar. Um Licht in den Informationsdschungel zu bringen, ging im Vorjahr in Kärnten ein neues, österreichweit einzigartiges Service an den Start – Kärntens erster Pflegekoordinator nahm im Oktober im Bezirk Hermagor seine Arbeit auf und kann schon nach wenigen Wochen eine stolze Bilanz vorweisen. „Seit Oktober habe ich schon mehr als 100 Beratungen und Unterstützungsleistungen im Bezirk Hermagor durchgeführt“, freut sich Markus Pernull, dass das Pilotprojekt gut gestartet ist. Nicht zuletzt dank der guten Zusammenarbeit mit dem Bezirkshauptmann und den Gemeinden. „Ich habe mich bei verschiedenen Veranstaltungen und Pensionistentreffen den Menschen vorgestellt, die Gemeinden haben in ihren Zeitungen die Werbetrommeln für mich gerührt. Anfangs waren die Menschen etwas skeptisch. Mittlerweile sind sie froh, dass ich da bin und die Informationslücken schließe.“

Pflegegeld großes Thema

Aus den Begegnungen hat sich besonders ein Thema herauskristallisiert, bei dem die Menschen nicht wissen, ob und ab wann sie Anspruch haben: beim Pflegegeld. „Viele glauben nämlich, dass es das Pflegegeld nur für pflegerische Tätigkeiten gibt. In die Leistungen für einen Anspruch auf Pflegegeld fällt aber auch, wenn ich jemanden habe, der regelmäßig für mich einkaufen geht, Medikamente besorgt oder im Haushalt mithilft“, erklärt der 31-jähirge diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger. Für die drei Jahre, die das Projekt vorerst läuft, wünscht sich der Pflegekoordinator, dass die Freiwilligenarbeit ausgebaut wird und die mobilen Dienste bzw. die mobile Pflege auch in der Gesellschaft mehr Anerkennung findet.

Kollegen an Bord

Hermagor hat sich als erster Bezirk für dieses Projekt interessiert, weil aufgrund der ländlichen Strukturen viele Menschen keine Möglichkeit haben, zu Behörden zu fahren. „Das ist auch der Hintergedanken. Die Menschen müssen nicht zu mir ins Büro, ich fahre zu ihnen, auch auf abgelegene Bauernhöfe, rede mit ihnen in ihrer gewohnten Umgebung und die Hemmschwelle, Hilfe anzunehmen sinkt eher als in einem Amtsgebäude.“ Mittlerweile wurde das Projekt auch auf die Bezirke Klagenfurt-Land und Feldkirchen sowie Moosburg und das Görtschitztal ausgeweitet.

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Author: Mirela Nowak-Karijasevic , 25.05.2020