So feiert Kärnten Ostern

Hallo Frühling!

Steht in Kärnten das Osterfest vor der Tür, lebt Brauchtum auf: Es wird gebastelt, gekocht, gebacken und gemeinsam gefeiert. Bereits in der Karwoche stehen viele Vorbereitungen auf dem Programm. Der Startschuss fällt am Palmsonntag, wenn die Großen und Kleinen ihre „Palmbuschn“ für die Segnung in die Kirche tragen. Die geweihten Gebinde aus Palmkatzerln werden danach oft in die Erde gesteckt oder im Herrgottswinkel in der Stube aufgestellt werden, um damit Unheil vom Haus abzuwenden.

Ratschen in der Osterzeit

Am Gründonnerstag wird tradtionell Spinat mit Rösterdäpfeln und Spiegelei gegessen. Viele besuchen abends die Messe zum “Letzten Abendmahl“. Danach verstummen die Kirchenglocken für drei Tage. Den Kindern erklärt man die Stille traditionell so, dass die Glocken nach Rom fliegen. In dieser Zeit ersetzen hölzerne Ratschen das Glockengeläut, was vor allem bei den Karfreitagsprozessionen der Brauch ist.

Vorbereitungen

Der Karfreitag ist der letzte Tag der Fastenzeit und ein besonders strenger Fastentag, wobei es in den Küchen schon herrlich duftet, denn die vorwiegend kulinarischen Vorbereitungen für das Osterwochenende haben schon längst begonnen. Schinken und Würste werden gekocht, Eier gefärbt und natürlich der Reindling gebacken. Der Kärntner Osterreindling gehört wie kaum eine andere Köstlichkeit zur Osterjause. Dass diese kalorienreich und geschmackvoll ist, dafür sorgen auch Selchwürste, Schinken, Eier, Rinderzunge und Kren.

Osterkorb

„Die Zutaten zur Osterjause kommen in den Osterkorb, der am Karsamstag bei einer Andacht gesegnet wird. Eine kunstvoll mit sakralen Motiven bestickte Weihkorbdecke und Frühlingsblumen zieren den Korb“, erzählt Heimo Schinnerl, Leiter der Abteilung Volkskunde im Landesmuseum Kärnten. Die Leinendeckchen auf dem Osterkorb schützen nicht nur die Speisen, sie gelten auch als ein traditionelles Mittel gegen Blitzschlag für Haus und Hof.

Oster-Wochenende

Der Ostersonntag beginnt recht früh mit Böllerschüssen in der Morgendämmerung. Oben auf den noch dunklen Berghängen sieht man noch das Flackern der Osterfeuer. Die Osterjause wird am Karsamstag oder am Ostersonntag verspeist. Es ist ein Festessen, bei dem die ganze Familie zusammenkommt. Für die Kinder ist das Suchen der mit Süßigkeiten gefüllten Osternester der Höhepunkt. Eine alte Tradition ist, dass Taufpaten den Kindern ein Geschenk bringen. „Gotenstrutz“ heißt dieses Präsent, benannt nach dem „Gotl“, dem Taufpaten.

Weitere Feierlichkeiten

Für die weiteren Feierlichkeiten am Osterwochenende gibt es in den Kärntner Regionen unterschiedliche Bräuche. So etwa das dem Kegeln ähnliche Kugelstoßen in Oberkärnten und rund um Villach. Oder das Wett-Rollen der Ostereier auf zwei Besenstielen und das Fackeltragen in Gösseling bei Launsdorf, wo Frauen und Männer meterhohe Holzstämme entzünden und durch die finstere Nacht tragen. Kinder lieben das Eierpecken, bei dem die Kontrahenten ihre Ostereier gegeneinander schlagen und der gewinnt, dessen Ei am Ende noch unversehrt ist. Und da etwas Bewegung bei dem herzhaften Essen nicht verkehrt ist, passt es gut, dass in vielen Orten der Emmaus-Gang organisiert wird, eine Frühlingswanderung nach Vorbild des biblischen Gangs der Jünger nach Emmaus.

Lassen Sie uns an Ihrem Fest teilhaben und zeigen Sie uns hier Ihr liebstes Ostermotiv.

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Autor: Melanie Lipic-Tscheppe, 29.03.2017