Mit der Kraft der Natur

Das Coronavirus werden wir so schnell nicht ausrotten können, wenn überhaupt. Das heißt, wir werden lernen müssen, mit ihm in unserer „neuen Normalität“ zu leben. Damit es uns aber nicht überrollt, ist ein starkes Immunsystem gefragt. Wie man sich mit der Kraft der Natur gegen Krankheiten wappnet, wusste schon Pfarrer Sebastian Kneipp, dessen Geburtstag sich heuer zum 199. Mal jährt. Seine Tuberkulose-Erkrankung zwang ihn, mit verschiedenen Heilmethoden zu experimentieren. Kalte Wassergüsse waren letztlich erfolgreich.

Gefragter denn je

Kneipps Philosophie fußt auf den fünf Grundprinzipien Wasser, Pflanzen, Bewegung, Ernährung und Balance. Und auch wenn der Naturheilkundler zu seiner Zeit als Kurpfuscher verschrien war und von Schulmedizinern mehrmals vor Gericht gezerrt worden ist, sind seine Erkenntnisse über die heilende Kraft der Natur heute gefragter denn je. Die Rückbesinnung auf die Kraft der Natur, auf die Wirksamkeit von Wasser und Pflanzen, ist auch heute immer wieder Thema. Balance könnten wir mit dem Konzept der Achtsamkeit bezeichnen. Das steigende Interesse an vegetarischen Speisen und gesunden Ernährungstrends wie Clean Eating ist gleichzusetzen mit Kneipps Verständnis von gesunder Ernährung. Rund um die gesunde Bewegung hat sich eine ganze Branche entwickelt.

Gewappnet

„Sebastian Kneipp ist eine unglaublich faszinierende Person mit einem Wissen, das bis heute seine Gültigkeit hat. Als Kneipp-Therapeuten sind wir natürlich therapeutisch tätig, zu unserem Beruf gehört aber auch die Prävention. Wenn ich ein gutes, gestärktes Immunsystem habe, kann mir auch das Coronavirus nichts“, sagt Ulrike Herzig, Gründerin und Leiterin der Kneipp Akademie in Kärnten, die die heilende Wirkung der Kneipp-Philosophie am eigenen Leib erfahren hat. Die Gesundheitslehre wurde 2015 übrigens von der UNESCO-Kommission als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Author: Mirela Nowak-Karijasevic , 25.05.2020