Mirelas Familien-Blog: No great place to work

Alle haben ja derzeit soooo viel Zeit und können die Wohnung ausmisten und auf Vordermann bringen, sich eine Bikinifigur erschwitzen, eine neue Sprache lernen, mit Kindern preisverdächtige Kunstwerke kreieren und und und. Achja, und wir alle können die zusätzlich geschenkte Zeit zum Entschleunigen nutzen. Pfff. Nein, nicht alle haben diese Zeit. Es gibt auch zahlreiche Leute wie mich, die zwar Zuhause sind, dennoch ihrer Arbeit nachgehen. Zwei wuselnde Wirbelwinde inklusive, die den Kindergarten und die Krabbelstube nicht besuchen dürfen, weil ich eben nicht außer Haus arbeite. Und das ist alles andere als chillig.

Flexibel sein

Wir haben immer noch keinen strukturierten Tagesablauf. Da kein Homeschooling anfällt, müssen wir uns an keine Zeiten halten. Mein Job fordert außerdem viel Flexibilität. Manchmal sitze ich schon nach dem Morgenkaffee in meinem schicken Eckbüro im Wohnzimmer, manchmal erst am Nachmittag - und wenn es gar nicht anders geht, dann halt, wenn die Mädels im Bett sind. Letzteres ist übrigens die einfachste Lösung, weil ich mir dann keine Gedanken um ihre Beschäftigung machen muss.

Allein sein? Ohne mich!

Denn, sich alleine beschäftigen ist ein Talent, das vor allem die Große nicht von mir geerbt hat. Außer sie darf am Tablet spielen. Damit könnte sie stundenlang in der digitalen Welt untertauchen. Theoretisch. Darf sie natürlich nicht. Und da sie das Kastl nur in meiner unmittelbaren Anwesenheit benutzen darf, damit ich mithören kann, was sie sich da eigentlich ansieht, und noch nicht lesen kann, werde ich alle paar Minuten mit Fragen wie "Mama, was steht da? Was muss ich jetzt machen?" bombadiert. Also, auch nicht die ideale Lösung.

Keine Streamer

Fernsehen wäre auch eine Alternative. Allerdings ist das Angebot bei uns Zuhause ziemlich eingeschränkt. Wir haben nur ein TV-Gerät und nutzen keine Streamingdienste wie Netflix, Amazon, Disney und was es sonst noch alles gibt. Sie müssen also entweder mit dem TV-Programm oder DVD-Filmen vorlieb nehmen. Hier gleichzeitig den Geschmack von zwei Kindern, die noch dazu einen Altersunterschied von vier Jahren haben, zu treffen, ist fast schon vergleichbar damit, etwas auf den Tisch zu stellen, was allen Familienmitgliedern gleich gut schmeckt. Also, ein Ding der Unmöglichkeit in Wahrheit. Vom Geräuschpegel, der ensteht, wenn im selben Zimmer die Große Tablet schaut und die Kleine fernsieht, will ich gar nicht reden. Homeoffe - a great place to work? Fehlanzeige!

Bitte, bitte

Ich hoffe wirklich, dass der Spuk bald ein Ende hat. Ich will ja nichtmal in andere Länder verreisen oder exzessiv shoppen gehen - nur unter normalen Umständen arbeiten.

Möchten Sie wissen, wie es meinen Weekend-Kollegen Christl Werner und Philipp Eitzinger mit ihrem Nachwuchs Zuhause geht?

Autor: Mirela Nowak-Karijasevic , 20.04.2020