Literaturnobelpreis für Kärntner Peter Handke

Welch eine Symbolik: Am heutigen "Tag des Abwehkampfes" wird bekannt, dass der Griffner Peter Handke mit dem Literaturnobelpreis 2019 ausgezeichnet wird. Der 76-Jährige galt im Rennen um den Nobelpreis als Außenseiter. Er erhält den Preis „für ein einflussreiches Werk, das mit sprachlicher Genialität die Peripherie und die Spezifizität der menschlichen Erfahrung untersucht“, so lautet die Begründung der Akademie. Handke habe sich „als einer der einflussreichsten Autoren Europas nach dem Zweiten Weltkrieg etabliert“, nachdem er bereits mit seinem ersten Roman „Die Hornissen“ 1966 und mit dem Stück „Publikumsbeschimpfung“ 1969 „der Literaturszene seinen Stempel aufgedrückt hat“.

Bedeutendes Datum

Kulturreferent Landeshauptmann Peter Kaiser gratulierte dem Schriftsteller. „Kärnten stellt erstmalig einen Literaturnobelpreisträger. Darüber freue nicht nur ich mich, sondern ganz Kärnten und Österreich. Die Erfolgsmeldung passt gerade am heutigen Landesfeiertag und ist das zweite historische Ereignis am 10. Oktober für ganz Kärnten.. Dass sein Stück „Die Stunde da wir nichts voneinander wussten“ noch dazu heute am Klagenfurter Stadttheater Premiere feiert, rundet einen Kärntner Handke-Tag ab. Ich freue mich, das die Auszeichnung an ihn geht“, so Kaiser.

Schnörkellos

Bundespräsident Alexander Van der Bellen gratulierte dem Preisträger: „Was für ein Tag! Ein ‚geglückter‘ Tag - jedenfalls für die österreichische Literatur, für die Literatur überhaupt. Mit Peter Handke hat ein Autor den Nobelpreis gewonnen, dessen leise und eindringliche Stimme seit Jahrzehnten Welten, Orte und Menschen entwirft, die faszinierender nicht sein könnten. Er leuchtet die Zwischenräume des Daseins aus und wirft einen behutsamen Blick auf das Fühlen und Denken seiner Figuren. In einem Ton, der schnörkellos und doch einzigartig ist, lässt er uns, die Leserinnen und Leser an seiner Welt und Sprache teilhaben. Wir haben Peter Handke viel zu verdanken. Ich hoffe, er weiß das. Herzlichen Glückwunsch!."

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Autor: Mirela Nowak-Karijasevic, 10.10.2019