Lernen in und von der Natur

Statt des theoretischen Frontalunterrichts setzen Waldpädagogen vor allem auf spielerisches Lernen und hautnahe Begegnungen in der Natur. Bei den Ausflügen in den Wald soll der Respekt vor dem natürlichen Lebensraum und ein Verständnis von ökologischen Zusammenhängen vermittelt werden. Almut Moshammer ist seit 30 Jahren in der Natur- und Umweltbildung tätig und bietet besonders für Schulklassen verschiedene Projekte rund um Wald und Natur.

Freiraum Wald. „Der Wald ist ein Ort, der zur Erholung und Entschleunigung einlädt. Die Kinder können sich frei bewegen und haben die Chance, ihre Umwelt einmal so richtig mit allen Sinnen wahrzunehmen. Da gibt es nicht nur viel zu sehen, sondern auch zu hören, riechen und fühlen“, betont die Waldpädagogin und Biologin. Für sie ist der mit der Natur verbundene Freiraum besonders wichtig für die Entwicklung der Kinder. Anders als im durchgeplanten und stressigen Alltag haben sie dort die Chance, das Lernen selbstständig in die Hand zu nehmen. „Wenn sie etwas sehen, das sie neugierig macht, sei es ein Tier oder eine Pflanze, können sie es genauer unter die Lupe nehmen. Ich gebe dann das Fachwissen und erklär ihnen die Dinge genauer“, meint Frau Moshammer.

Für die ganze Familie. Auch wenn Schulklassen und Kindergärten die Hauptzielgruppe für Waldpädagogik sind, werden auch Erwachsene nicht von der Erfahrung ausgeschlossen. Ein besonders schönes Erlebnis ist ein gemeinsamer Ausflug, bei dem die ganze Familie teilnimmt. „In unserer aktuellen Eventgesellschaft lässt sich ganz klar eine Entfremdung von der Natur erkennen. Es muss immer Action geben, Kinder sowie Eltern schaffen es teilweise nicht, einmal ohne Smartphone ihre Umwelt so richtig wahrzunehmen. Dem wollen wir entgegenwirken und wieder mehr Bezug zur Natur um uns herstellen“, sagt Moshammer. Speziell für Erwachsene bietet sie auch eigene Projekte an: Beim Waldbad en kann man zum Beispiel in die natürliche Umgebung Wald eintauchen und dem Alltag entfliehen.

Naturschutz wird wichtiger. Je nach Zielgruppe stehen unterschiedliche Themen im Vordergrund. „Für die kleineren Kinder geht es um das Erleben des Waldes mit allen Sinnen. Sie bestaunen den Freiraum und sind noch richtig unbeeinflusst. In der Volksschule rückt dann das Interesse an den Tieren in den Fokus. Sie lernen über das angeleitete Beobachten und lieben Naturwissen in Geschichten verpackt“, erklärt Frau Moshammer. Natürlich geht damit auch das Naturbewusstsein einher. Ab Herbst ist sie dann wieder unterwegs, um mit den Kindern den Wald zu entdecken.

Autor: Teresa Frank , 22.06.2020