Landesrätin Dr. Barbara Schöbi-Fink

Weekend: Wie wollen Sie Ihr Amt auslegen, was werden erste Schwerpunkte im Bildungsbereich sein?
Barbara Schöbi-Fink:
Als neue Bildungslandesrätin ist es mir ein Anliegen, in einen offenen und konstruktiven Austausch mit den Schulen und allen Bildungspartnern einzutreten. Ich möchte den gesamten Bildungsbogen in Vorarlberg in den Blick nehmen. Wichtig ist mir, dass jedes Kind gut in die Bildungslaufbahn starten kann und aus diesem Grund insbesondere der Kindergarten und die Volksschule als erste Bildungseinrichtungen gestärkt werden. Darauf aufbauend gilt es, die Talente und Potentiale der Schülerinnen und Schüler durch entsprechende Angebote in allen Schularten aktiv zu fördern. Konkrete Maßnahmen sind der Ausbau ganztägiger Schulformen und die pädagogische Weiterentwicklung der Schulen der 10- bis 14-Jährigen, aber auch die Stärkung der dualen Ausbildung und die Fortsetzung der EDV-Offensive.

Weekend: Stichwort Modellregion Vorarlberg: Wie wird es hier nun weitergehen?
Barbara Schöbi-Fink:
Ich möchte den Landtagsbeschluss, der die Regierung auffordert, die Gemeinsame Schule möglich zu machen, weiter umsetzen. Das heißt konsequent an der Weiterentwicklung der Schulen der 10-bis 14-Jährigen arbeiten, so dass in acht bis zehn Jahren die Voraussetzungen für die Einrichtung einer Modellregion gegeben sind und wir auf die Akzeptanz der Betroffenen hoffen dürfen.

Weekend: Bildungstests besagen, dass es in Vorarlberg zu viele Risikoschüler/innen und zu wenig Spitzenschüler/innen gibt. Welche Maßnahmen können dagegenwirken?
Barbara Schöbi-Fink:
Mir geht es vor allem darum, möglichst allen Kindern und Jugendlichen in unserem Land gute Bildungschancen zu ermöglichen. Da sind wir noch längst nicht am Ziel, aber auf einem guten Weg. Dabei stimmen mich vor allem die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse der Bildungsstandards-Überprüfung der 8. Schulstufe in Mathematik, die einen Aufwärtstrend erkennen lassen, zuversichtlich. In den letzten Jahren wurde ein Bündel an Maßnahmen ergriffen, um die Zahl der Risikoschüler zu senken. Dasselbe gilt auch für die Forderung und Förderung unserer begabten Schüler. Ein Turnaround braucht trotz aller Anstrengungen Zeit.

Weekend: Vorarlberg durfte sich mit Katharina Liensberger über die erste olympische Medaille nach 20 Jahren freuen, wie wichtig sind solche Erfolge für den sportlichen Nachwuchs?
Barbara Schöbi-Fink: Mit Erfolgen wie diesen, sind Spitzensportlerinnen und Spitzensportler wie Katharina sicherlich Vorbild für viele. Sie zeigen, dass junge Menschen mit Fleiß, Ausdauer und natürlich Talent Großes erreichen können und dass es wichtig ist, ein Ziel vor Augen zu haben. Sie zeigen auch, dass es mitunter lange Wege sind zum Erfolg, und dass immer auch ein wenig Glück zum großen Erfolg dazu gehört. Nicht jeder und jede wird die Chance bekommen, bei olympischen Spielen antreten zu können. Aber jeder von uns kann sich ein Ziel stecken und es zu erreichen versuchen.

Zur Person: Barbara Schöbi-Fink

  • Geboren am 12.01.1961
  • Verheiratet, drei Kinder
  • Wohnhaft in Feldkirch
  • Ausbildung: Studium der Theologie und Germanistik in Innsbruck und Graz, Lehramt; Promotion in der Germanistik. Ausbildung zur Journalistin im ORF-Landesstudio Vorarlberg
  • Berufliche Tätigkeit: Lehrtätigkeit in der HLW Rankweil, bis 2000 als Journalistin im ORF Landesstudio Vorarlberg
  • Politische Tätigkeit: Von 2000 bis 2018 Stadträtin in Feldkirch, ab 2015 Vizebürgermeisterin. Von 2014 bis 2018 Mitglied des Vorarlberger Landtages. Seit 31.01.2018 Landesrätin
Autor: Claudia Weiss, 06.03.2018