Einzigartig: Erstes E-Messlabor eröffnet

Die Kelag und KNG-Kärnten Netz GmbH benötigen dieses Messlabor für eigene Anforderungen, wie zum Beispiel für Tests an Batterien, Aggregaten, PV-Anlagen, E-Fahrzeugen und E-Ladestationen. „Bis jetzt haben wir immer temporäre Messeinrichtungen aufbauen müssen“, sagen Reinhard Draxler und Michael Marketz, Geschäftsführer der KNG-Kärnten Netz GmbH. „Nun verfügen wir über ein fixes Messlabor und können effizienter arbeiten als bisher. Die Erfahrung zeigt, dass der Bedarf an Messungen und Tests deutlich steigt,unter anderem bedingt durch die steigende Zahl von PV-Anlagen, E- Fahrzeugen und den verschiedenen Ausführungen von E-Ladestationen.“

Kooperation Wirtschaft & Schule

„Es freut mich sehr, dass dieses gemeinsame Projekt von HTL Mössingerstraße, KNG-Kärnten Netz GmbH und Kelag realisiert worden ist“, sagt Manfred Freitag,Vorstand der Kelag. „Messtechnik ist ein wichtiges Thema für beide Partner, für unsere Unternehmen genauso wie für die technischen Schulen. Außerdem lernen sich bei diesem gemeinsamen Projekt alle Partner besser kennen, das verstehen wir als wichtige Weichenstellung für die Zukunft, denn unser Bedarf an technisch gut ausgebildeten Fachkräften steigt. Deswegen leisten wir gerne einen Beitrag zur technischen Qualifikation der Jugend“, betont Freitag.

E-Fahrzeuge im Schulunterricht

Neun Techniker der Abteilung Elektrotechnik der HTL Mössingerstraße arbeiten gemeinsam mit SchülerInnen an der Konzeption, am Bau und an der Einrichtung des gemeinsamen Messlabors mit. Es wurden Laborübungen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden entwickelt. Ab sofort wird die HTL Mössingerstraße an zwei Nachmittagen pro Woche das Messlabor für den regulären Unterricht nutzen und hier die Laborstunden für die SchülerInnen abhalten. „Wir werden uns hier im Kelag-Kompetenzzentrum für E-Mobilität im Speziellen mit dem Ladeverhalten und der Netzverträglichkeit bzw. Netzrückwirkung von E-Autos und E-Ladestationen beschäftigen“, sagt Abteilungsvorstand Walter Auernig von der HTL Mössingerstraße. „Es ist österreichweit einzigartig, dass eine Schule außerhalb ihrer eigenen Gebäude regelmäßigen Unterricht abhält“, erläutert Auernig. Das Messlabor im Kompetenzzentrum für E-Mobilität der Kelag steht aber nicht nur der HTL Mössingerstraße zur Verfügung. „Weitere Kooperationen mit Bildungseinrichtungen mit technischem Hintergrund sind nicht nur möglich, sondern auch erwünscht , erläutert Philipp Zuchart, Leiter Konzerneinkauf und -logistik. „Auch unsere eigenen Lehrlinge werden in Zukunft in diesem Messlabor praxisnahe zum Schwerpunkt E-Fahrzeuge unterrichtet.“

Kelag-Kompetenzzentrum

Die Kelag gibt im Kompetenzzentrum E-Mobilität herstellerübergreifend kompetente Auskunft. „Wir erklären Interessierten die Vorteile und Besonderheiten von E-Fahrzeugen, konkret bei den verschiedenen Modellen und mit unserer Lade-Infrastruktur“, erläutert Philipp Zuchart. „Interessierte können ein E-Fahrzeug auch über ein Wochenende ausleihen, um die E-Mobilität praktisch zu erfahren. Elektrisch fahren ist eine Möglichkeit, die persönliche Mobilität nachhaltiger und CO2-neutral zu gestalten, vorausgesetzt, es wird Strom aus erneuerbarer Energie geladen, wie die Kelag ihn bietet.“ Zusätzlich bekommen die Kunden bei der Kelag auch die Lade-Infrastruktur in Form einer Wallbox für die private Garage, einschließlich Installationsservice.

Vorbildwirkung

Bildungsdirektor Robert Klinglmair hebt die Vorbildwirkung dieses Messlabors für ganz Österreich hervor. „Im Zuge der Bildungsreform steht neben der Schulautonomie und zahlreichen weiteren Neuerungen eine intensive Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft verstärkt im Fokus . Sie ist für die HTL Mössingerstraße keine Neuerung, sondern wird seit vielen Jahren erfolgreich gelebt. Neben dem Chemie-Schwerpunkt ist mit diesem Messlabor ein weiterer gelungener Baustein für die Kooperation Schule/Wirtschaft gelegt, der Vorzeigecharakter und Vorbildwirkung für ganz Österreich hat. Gerade mit dem Thema Elektromobilität wird mit dem Messlabor im Kelag-Kompetenzzentrum bei SchülerInnen das Interesse für einen zukunftsträchtigen Industriezweig geweckt . Zudem stehen freie Kapazitäten weiteren Bildungseinrichtungen zur Verfügung, sodass noch andere Teile des Kärntner Bildungssystemsdavon profitieren können.“

Zukunftschancen

„Kärnten ist ein moderner Bildungsstandort, der die jungen Menschen arbeitsmarktgerecht ausbildet und ihnen so großartigeZukunftschancen gibt“, betont Bildungsreferent LH Peter Kaiser und sagt weiter: „Dieses Messlabor ist eine weitere großartige Verbindung von Schule und Praxis. Kärnten nimmt hier eine Vorreiterrolle ein. An der HTL Mössingerstraße wurde schon ein Chemie-Schwerpunkt umgesetzt, außerdem haben wir die Industrie-HAK in Althofen und die Smart-Learning-Klassen an vier HTL-Standorten - alle möglich gemacht gemeinsam mit Partnern aus der Industrie."

Die Konzeption

Bei der Konzeption des gemeinsamen Messlabors wurden die Bedürfnisse und Anforderungen von Praxis und Lehre kombiniert. Das Ergebnis sind mehrere High Tech-Laborarbeitsplätze bestehend aus Regelnetzgeräten, Funktionsgeneratoren, Oszilloskopen, Leistungsanalysatoren, Power-Quality-Analysatoren und Störschreibern. Mit dieser Konfiguration können die SchülerInnen praxisnahe unterrichtet werden. Alle Messergebnisse können auf einem Server gespeichert werden und stehen den Experten der Kelag und KNG-Kärnten Netz GmbH für weitere Analysen zur Verfügung, womit mit dieser Kooperation auch ein Mehrwert für die Kelag und KNG-Kärnten Netz GmbH erzielt wird. Messtechnik ist ein wichtiges Thema für die Kelag, für die KNG-Kärnten Netz GmbH aber auch für jede technische Bildungseinrichtung. Sowohl die Unternehmen als auch die Bildungseinrichtungen brauchen das Messlabor. In weiterer Folge ist es durchaus denkbar, dass das Labor zu einer Prüfstelle für E-Ladestationen erweitert wird.

Autor: Mirela Nowak-Karijasevic , 20.11.2019